Tägerwiler Wirt vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen

TÄGERWILEN. Das Thurgauer Obergericht hat einen 60-jährigen Wirt aus Tägerwilen vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen. Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, im Jahr 2011 seine alkoholkranke 45-jährige Lebenspartnerin zu Tode geprügelt zu haben.

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Das Obergericht bestätigte im Berufungsverfahren das Urteil der Vorinstanz, wie es am Freitag mitteilte. Das neue Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Schon das Bezirksgericht Kreuzlingen hatte den Wirt Mitte 2014 freigesprochen − mangels Beweisen und nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten».

Die Staatsanwaltschaft akzeptierte dies nicht und zog den Falls ans Obergericht weiter, das die Sache am Mittwoch verhandelte. Für die Anklage war klar, dass der Wirt seine um zwölf Jahre jüngere Lebenspartnerin in einem Streit getötet habe.

Er habe sie im Treppenhaus brutal geschlagen und getreten. Danach habe er die schwer verletzte oder tote Frau ins Bett gelegt. Rechtsmedizinische Gutachten belegten laut Anklage, dass die schweren inneren Verletzungen des Opfers nicht durch einen Treppensturz, sondern durch stumpfe Gewalteinwirkung entstanden seien.

Der Angeklagte sagte von Anfang an, er wisse nicht, wie seine Lebenspartnerin ums Leben gekommen sei. Vermutlich sei sie die Treppe hinuntergestürzt, als sie im Keller habe Wein holen wollen. Die 45-Jährige sei seit Jahren schwerste Alkoholikerin gewesen und immer wieder gestürzt. Diesmal habe der Sturz zum Tod geführt. (sda)