«Tägerschen braucht wieder eine Beiz»

Unternehmer Alex Hug hat grosse Pläne mit der «Blumenau» in Tägerschen. Nachdem er mit dem Kauf der Liegenschaft ein Asylzentrum am Standort verhindert hat, soll nun wieder Leben in das schützenswerte Gebäude einkehren. Zusätzlich will er einen Neubau erstellen.

Mario Testa
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Blumenau-Besitzer Alex Hug.

Blumenau-Besitzer Alex Hug.

TÄGERSCHEN. Die grünen Schindeln an der «Blumenau» erstrahlen wieder in neuem Glanz, ebenso die Holzleisten am Scheunenanbau. Seit Immobilienunternehmer Alex Hug die Liegenschaft im Juni gekauft hat, ist viel gegangen. «Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten. Ich habe viel Erfahrung mit der Sanierung solcher Liegenschaften und auch schnell gewusst, was ich daraus machen will; Tägerschen braucht wieder eine Beiz», sagt Hug.

Noch bis vor gut einem Jahr lief das Restaurant in der «Blumenau», bevor es geschlossen wurde. Alex Hug möchte es wiederbeleben. «Ich lebe schon seit über dreissig Jahren ganz in der Nähe in Tobel und bin früher öfters in der <Blumenau> eingekehrt. Für mich ist klar, dass dort wieder eine gemütliche Landbeiz entstehen soll, wie sie es früher die längste Zeit eine war. Die Lage ist sehr gut, und ich bin bereits in Verhandlungen mit Interessenten, welche die <Blumenau> pachten und als Restaurant führen möchten.»

Viel Herzblut für «Blumenau»

An der Fassade und im Innern der Blumenau wird fleissig gearbeitet dieser Tage – bis zu 20 Handwerker sind manchmal zugegen. «Ich bin froh, dass all die Handwerker überhaupt so kurzfristig Zeit fanden für meine Aufträge. Ich arbeite seit vielen Jahren mit den gleichen Partnern aus der Region zusammen, da klappt das erfreulicherweise gut», sagt Hug, während er sich über Kabel und Schläuche hinweg das Treppenhaus hochkämpft. Im ersten Stock entsteht die Wirtewohnung, im Dachgeschoss eine Weitere. Den Scheunebereich hat Hug an einen Haushaltsgeräte-Reparaturservice vermietet. «Ich werde die <Blumenau> nicht verkaufen. Das Gebäude gefällt mir, und es steckt sehr viel Herzblut von mir drin.»

Nicht nur das Hauptgebäude lässt Hug sanieren. Die Remise hat bereits ein neues Dach, eine frisch gestrichene rote Fassade und neue Böden. Auch für das Gebiet hinter den beiden Sichtbacksteinhäusern hat Hug Pläne. Aus der Einstellhalle entstehen Garagen, und auf der Wiese kommt ein Neubau hinzu.

Kein Problem mit Anwohnern

Die ausgesteckten Visiere lassen das Mehrfamilienhaus mit Giebeldach erahnen, welches dort entstehen soll. «Die Pläne liegen seit einer Woche auf», sagt Hug. «Mit den Anwohnern habe ich persönlich geredet, und die Reaktionen sind mehrheitlich positiv. Ich spüre, dass mir heute noch viele Leute im Dorf dafür dankbar sind, dass ich durch den Spontankauf der <Blumenau> ein Asylzentrum an diesem Standort verhindert habe.» Nach einer kurzen Denkpause fügt Hug an: «Ich würde es übrigens jederzeit wieder genauso machen. Ich habe meinen Kaufentscheid nie bereut.»

Für den Kauf der «Blumenau», die Sanierung sowie den Neubau rechnet Alex Hug mit Kosten von rund drei Millionen Franken. «Bei mir steht der Renditegedanke bei diesem Objekt nicht im Vordergrund. Ich will mich am Anblick der <Blumenau> erfreuen, wenn ich an ihr vorbei ins Büro fahre.» Bis im Dezember sollen die Arbeiten an den bestehenden Gebäuden abgeschlossen sein. Der Spatenstich fü den Neubau ist auf Frühjahr 2013 geplant, ebenso die Eröffnung des Restaurants.

Ein schützenswertes Objekt: Anstelle eines Asylzentrums entstehen in der «Blumenau» wieder ein Restaurant und Wohnungen sowie zusätzlich ein neues Mehrfamilienhaus hinten rechts. (Bilder: Mario Testa)

Ein schützenswertes Objekt: Anstelle eines Asylzentrums entstehen in der «Blumenau» wieder ein Restaurant und Wohnungen sowie zusätzlich ein neues Mehrfamilienhaus hinten rechts. (Bilder: Mario Testa)