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TABAKPRÄVENTION: Beim Passivrauchen zu wenig aktiv

Im Thurgau sind die Gemeinden dafür zuständig, den Schutz vor Passivrauchen durchzusetzen. Doch es gibt dafür keine Kontrollstelle. Jetzt werden die Gemeinden an ihre Pflicht erinnert.
Larissa Flammer
Im Thurgau sind Raucherlokale erlaubt. Andere Kantone setzten den Schutz vor Passivrauchen strenger um. (Bild: Susann Basler)

Im Thurgau sind Raucherlokale erlaubt. Andere Kantone setzten den Schutz vor Passivrauchen strenger um. (Bild: Susann Basler)

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch

Das Programm zur Tabakprävention im Kanton Thurgau ist grundsätzlich erfolgreich unterwegs. Das geht aus einer Mitte Mai erstellten externen Evaluation des kantonalen Tabakpräventionsprogramms hervor. Eine «überwiegende Mehrheit der gesetzten Ziele» wurde gemäss Evaluation erreicht. Doch in Hinblick auf den Bereich Passivrauchschutz «konnten aufgrund der Aufgabenverteilung zwischen Kanton und Gemeinden bislang nicht die gewünschten Fortschritte gemacht werden».

Passivrauchen ist auch das Thema einer aktuellen Einfachen Anfrage der Thurgauer EVP-Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach (Frauenfeld). Sie erwähnt eine Studie, die zeigt, dass Gäste in Raucherlokalen unter den Folgen des Qualms leiden. «Im Thurgau und zehn weiteren Kantonen sind die Gesetze zum Schutz vor Passivrauchen vergleichsweise locker», schreibt sie und bittet den Regierungsrat um Antworten auf Fragen zu Tabakkonsum, Raucherlokalen und Präventionsmassnahmen.

Auftrag an das kantonale Gesundheitsamt

In seiner kürzlich veröffentlichten Antwort erklärt der Regierungsrat, dass im Thurgau die Gemeinden für den Vollzug der eidgenössischen Gesetzgebung zum Schutz vor Passivrauchen zuständig sind. Der Evaluationsbericht ortet in diesem Punkt «wesentliches Verbesserungspotenzial». Judith Hübscher Stettler, Beauftragte für Gesundheitsförderung, Prävention und Sucht im kantonalen Amt für Gesundheit, sagt: «Es gibt keine kantonale Kontrollinstanz und keine gesetzliche Handhabung.» Das Gesundheitsamt habe daher im Rahmen des Tabakpräventionsprogramms den Auftrag erhalten, zu überprüfen, wie der Passivrauchschutz umgesetzt werde. «Wir haben eine Handreichung als Hilfe für Gemeinden erarbeitet», sagt Hübscher Stettler. Darin werden die Gemeinden auf ihre Zuständigkeiten hingewiesen und auf das, worauf sie achten müssen. Die Handreichung wurde noch nicht verschickt. Vor den Sommerferien soll es aber so weit sein.

Das Thurgauer Tabakpräventionsprogramm startete im Jahr 2014, die erste Staffel dauert noch bis Ende Jahr. Die zweite Staffel – die bis 2021 dauern soll – ist in Planung. Durch das Programm werden die verschiedenen Aktivitäten und Projekte, die zum Teil schon zuvor bestanden, gezielter gesteuert und koordiniert. Die operative Leitung liegt bei der Lungenliga Thurgau, der nationale Tabakpräventionsfonds finanziert die Projekte und die kantonale Steuerung mit.

«Es braucht Zeit, ein Netzwerk aufzubauen»

Ein mit dem kantonalen Programm neu eingeführtes Projekt heisst «Tiryaki kukla» und richtet sich an Menschen aus der Türkei. «Gesamtschweizerisch ist das Projekt sehr erfolgreich, deshalb sind wir im Thurgau aktiv geworden», sagt Monika Imhof von der Lungenliga Thurgau. Türkischsprachige Mitarbeiter gehen dabei in Vereinslokale und Moscheen und sprechen über Rauchstopp. «Die Mitarbeiter brauchen Zeit, sich im Thurgau ein Netzwerk aufzubauen. Deshalb ist bis jetzt noch nichts Konkretes zustande gekommen. Wir bleiben aber dran», sagt Imhof.

«Sehr erfolgreich» ist gemäss der Programmleiterin der kantonalen Tabakprävention das Suchtprojekt Freelance. Speziell dabei sei der partizipative Ansatz. Jugendliche entwerfen zum Beispiel für einen Wettbewerb eine Plakatkampagne zum Thema Sucht und setzten diese zusammen mit Grafikerlehrlingen aus dem Kanton um. «Auch dieses Projekt werden wir im Thurgau weiterführen», sagt Imhof.

Das Kompetenzzentrum für Public Management der Uni Bern, das die Evaluation des Programms durchgeführt hat, gibt dem Thurgau einige Empfehlungen mit. Zur gezielteren Verankerung der Tabakprävention sollen beispielsweise Gemeindevertreter stärker aktiviert werden. Die neuen Aktivitäten im Bereich der Migrationsbevölkerung sollen weitergeführt, die im Bereich Passivrauchschutz neu ausgerichtet werden. Weiter schlagen die Verfasser einen stärkeren Einbezug von aktuellen Themen wie E-Zigaretten oder Shisha vor. Auch die Lancierung von Akti­vitäten im Bereich rauchfreie Sportanlagen und Schulareale, die Erweiterung der Zielgruppen, beispielsweise durch Aktivitäten in Jugendstrafanstalten oder Jugendwohnheimen, und Schulungen von Verkaufspersonal werden genannt. Judith Hübscher Stettler vom Thurgauer Amt für Gesundheit sagt: «Wir sind jetzt dabei, das Konzept für die nächste Staffel des Tabakpräventionsprogramms zu erstellen. Dabei bilden die Empfehlungen eine Grundlage.»

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