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SZENEGETRÄNK AUS MOSTINDIEN: Möhl setzt mit Cider auf eine neue Zielgruppe

Larissa Flammer
Bisher gibt es drei neue Cider-Sorten von Möhl. (Bild: Michel Canonica)

Bisher gibt es drei neue Cider-Sorten von Möhl. (Bild: Michel Canonica)

Dunkle Flaschen, weisse Etiketten, leuchtende Farbakzente. Drei neue Cider stehen an der St. Galler Offa hinter der Bar des Messestands von Möhl. Das Straight Apple Cider mit leuchtend grüner Schrift, das Grape Apple Cider in Pink und das Juicy Apple Cider in Gelb. Seit diesem Monat sind die Apfelschaumweine der Thurgauer Mosterei auf dem Markt – allerdings erst sehr vereinzelt. Noch ist der «Cider Clan» von Möhl wenig bekannt.

Cider ist momentan das Trendgetränk. In der Schweiz zwar noch relativ unbekannt, darf es in einem Pub keinesfalls fehlen. Möhl hat mit Swizly schon vor mehr als 20 Jahren ein Schweizer Cider auf den Markt gebracht. Doch wirklich nach Cider schmeckt Swizly halt nicht: zu süss, zu viel Kohlensäure. Wie schmecken denn nun die neuen Getränke?

Wir machen die Probe aufs Exempel: Offa-Barkeeper Michi kennt die richtige Reihenfolge für eine Degustation. Zuerst das Grape Cider, das einzige mit etwas Süssmost und daher mit einer trüben Färbung. Die allerersten Erfahrungen zeigen, dass es zum Liebling werden könnte, wie Michi sagt. Es schmecke ähnlich wie ein gespritzter Weisswein, sagen einige. Die Rückmeldungen sind unterschiedlich. Das Grape Cider hat nur 2,9 Prozent Alkoholgehalt, ist fruchtig und süffig – perfekt für einen Sommerabend.

Das Straight Cider dagegen schmeckt, wie ein Cider eben schmecken soll: etwas bitter, etwas sauer, mit ein bisschen Kohlensäure. Nicht als Durstlöscher geeignet, denn jeder Schluck sollte einen Moment lang wirklich geschmeckt werden. Trotz der Erinnerungen an England, die es heraufbeschwört, ist das Getränk typisch Möhl: nämlich sehr natürlich. Das Juicy Cider zuletzt ist «tender sweet»: lieblich, sehr weich, süss, süffig. Und hat trotzdem 4,5 Prozent Alkohol.

Der Offastand der Mosterei punktet mit einer Wand aus groben Holzbrettern. Möhl setzt auf den Craft-Beer-Trend. Speziell muss es sein, etwas retro vielleicht, hipp. Möhl will mit dem «Cider Clan» eine neue Zielgruppe für sich gewinnen: eine junge, eher urbane, die bewusst trinkt und wissen will, was im Getränk und dahinter steckt. Das Swizly und der Saft vom Fass sollen dabei nicht verdrängt werden.

Die Geschichte der Cider ist auf den Etiketten abgebildet. Jede Sorte hat ein Gesicht auf der Flasche: Sepp, Küsi und Wisi. Sepp ist der langjährige Kellermeister bei Möhl, der am Cider getüftelt hat. Das Grape Cider ist ihm gewidmet. Küsi und Wisi sind Apfellieferanten von Möhl. Wisi ist zusammen mit seiner Frau und seinen Wasserbüffeln auf dem lieblichen Juciy Cider abgebildet, Schlossherr Küsi mit seinem Schloss und den Holsteinrindern auf dem Straight Cider.

Indem Möhl ein bodenständiges Trendgetränk auf den Markt bringt, trifft der Betrieb genau den Nerv der Zeit. Und das trotz – oder vielleicht gerade dank – mehrjährigem Tüfteln. Christoph Möhl, der Sohn von Mitinhaber Ernst Möhl und verantwortlich für Marketing sowie Produkteinnovationen, lässt bereits durchblicken, dass die drei Sorten nicht die einzigen bleiben werden. Der «Cider Clan» wird wachsen.

Larissa Flammer

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