Systematische Christenverfolgung

In Nigeria ist das Christsein gefährlich. Davon berichtete der Theologe und Agrarwissenschafter Armin Zimmermann von der Mission 21 im Kirchgemeindehaus in Weinfelden.

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Armin Zimmermann (M.) mit Daniel Aebersold aus Bischofszell (l.) und Fritz Wälchli aus Amriswil, beide von der Kommission für bedrängte und verfolgte Christen der Evangelischen Landeskirche. (Bild: pd/Rudolf Steiner)

Armin Zimmermann (M.) mit Daniel Aebersold aus Bischofszell (l.) und Fritz Wälchli aus Amriswil, beide von der Kommission für bedrängte und verfolgte Christen der Evangelischen Landeskirche. (Bild: pd/Rudolf Steiner)

WEINFELDEN. Der Theologe und Agrarwissenschafter Armin Zimmermann von der Basler Mission 21 sprach letzte Woche auf Einladung der Kommission für bedrängte und verfolgte Christen der Evangelischen Landeskirche des Kantons Thurgau im Kirchgemeindehaus in Weinfelden in einem öffentlichen Vortrag zum Thema «Christsein in Nigeria».

Fast täglich liest und hört man Nachrichten über Greueltaten im afrikanischen Vielvölkerstaat Nigeria. Dabei geht es fast immer um Auseinandersetzungen zwischen Christen und der terroristischen moslemischen Guerillatruppe Boko Haram, die vor nichts zurückschreckt. «Die Kirche muss sich an der Informationsvermittlung beteiligen, wir dürfen nicht nur über Positives berichten», sagte Pfarrer und Kirchenrat Lukas Weinhold von der landeskirchlichen Kommission für bedrängte und verfolgte Christen bei der Begrüssung der zwei Dutzend Zuhörer und Zuhörerinnen im Kirchgemeindehaus in Weinfelden.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen haben im schnell wachsenden Vielvölkerstaat Nigeria bisher auf beiden Seiten Tausende von Toten gefordert.

Islam auf dem Vormarsch

Er habe sich schon vielfach die Frage gestellt, warum das passiere, sagte Zimmermann, der von 2000 bis 2006 in Kamerun, Tansania, Kenia und in Sudan lebte und an verschiedenen Seminaren der Presbyterian Church und an Universitäten arbeitete. Der Islam in Nigeria sei auf dem Vormarsch, und die Radikalisierung werde von Staaten wie Saudi-Arabien, den Golfstaaten, Libyen und der Türkei unterstützt.

Die terroristische Gruppe Boko Haram, die in letzter Zeit mehrfach durch spektakuläre Aktionen von sich reden gemacht habe, sei mit anderen islamistischen Organisationen gut vernetzt. Zudem seien der nigerianische Geheimdienst und die Sicherheitskräfte von Sympathisanten und Anhängern von Boko Haram unterwandert.

Verfolgten Christen helfen

Die Hilfe an die verfolgten Christen in dem destabilisierten Land, in dem die Wirtschaft wegen der Vetternwirtschaft desaströs sei, werde zunehmend schwieriger, da alle europäischen Missionsvertreter hätten ausreisen müssen. Boko Haram habe als einziges Ziel den Umbau von Nigeria in einen fundamentalistisch islamischen Staat.

Soeben habe er die Nachricht bekommen, dass am letzten Oktoberwochenende die islamistische Terrorgruppe mit Kwarhi ein weiteres Dorf im Norden überrannt und das hier ansässige Hauptquartier der Church of the Brethren und die Gebäude der Partnerorganisation Kirche der Geschwister eingenommen und zerstört habe.

«In der momentanen schwierigen Situation ist es enorm wichtig, dass wir die verfolgten Christen in Nigeria nicht allein lassen und Solidarität mit ihnen zeigen», sagte Zimmermann auf die Frage eines besorgten Zuhörers. (pd)