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SYNODE: Religionsunterricht an Schulen ist gefährdet

Finanziell geht es den Thurgauer Katholiken blendend. Doch auch volle Kassen vermögen ein Problem nicht zu beheben: den immer akuter werdenden Mangel an Mitarbeitern auf den verschiedensten Ebenen.

Am Jahresbericht des katholischen Kirchenrats wurde zwar keine Kritik geübt. Doch was Sprecher Dominik Diezi an der Sitzung zuweilen verlauten liess, muss in den Köpfen vieler die Alarmglocken zum Läuten gebracht haben. Die Synode der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau tagte am Montagvormittag im Frauenfelder Rathaus. Insgesamt 86 Synodale nahmen an der Sitzung des katholischen Kirchenparlaments teil – und bekamen in diversen Voten Dinge zu hören, die zwar nicht neu sind, sich in der letzten Zeit jedoch immer unerfreulicher entwickelten. Insbesondere die erfolgreiche Suche nach qualifizierten Mitarbeitenden werde immer aufwendiger und schwieriger. Einige Beispiele: Bei den Katechetinnen und Katecheten herrsche ein «noch nie da gewesener Rückgang». Halte dieser Trend an, dann «kann der Religionsunterricht in den Schulen nicht länger aufrechterhalten werden», warnte Diezi.

Erwachsenenbildung erhält mehr Personal

Auch bei den Ausländer-Missionen falle die Besetzung der Pfarrerstellen immer schwerer. So wird die Italiener-Mission in Kreuzlingen nicht mehr von einem Italiener, sondern von einem italienischsprechenden Polen seelsorgerisch geleitet. «Der Priestermangel ist mittlerweile auch in Italien angekommen. Da müssen wir uns schon fragen, ob es vielleicht nicht sinnvoller wäre, die Missionen in die Pfarrei zu integrieren, als sich mit Notlösungen abzufinden», fragte jemand in die Runde.

Immerhin stiess der Antrag, die kirchliche Erwachsenenbildung (KEB) durch die Schaffung einer zweiten, unbefristeten Stelle (80 bis 100 Prozent Pensum) zu stärken, auf Wohlwollen bei den Synodalen. Es sei im ureigenen Interesse der Landeskirche, die angestrebte Ausbildung nichttheologischer Mitarbeitender vertieft zu ermöglichen. Doch dazu brauche die KEB Arbeitsressourcen, welche sie bis dato nicht habe.

Gespräche über ­Kirchenverkauf geführt

Ungelöst sind die Probleme in der Katholischen Kirchgemeinde Bettwiesen. Der kommissarische Verwalter verrichte zwar «gute Arbeit», doch seien die Spannungen in der Kirchgemeinde «immer noch aktuell, und es ist noch kein Gras über die Sache gewachsen», erklärte Diezi. Deshalb sei es bis jetzt unmöglich gewesen, «Leute für die Arbeit in der Kirchgemeinde zu finden.»

Ein Problem könnten für die Katholiken auch die eigenen Gotteshäuser werden – denn sie würden immer weniger genutzt. Deshalb habe man schon «proaktiv» erste Gespräche mit der Denkmalpflege geführt. Es könne sein, dass irgendwann der Zeitpunkt erreicht sein werde, an dem man auf Seiten der Landeskirche erwäge, eine kaum genutzte Kirche zu veräussern – falls die Gelder irgendwann nicht mehr so sprudeln sollten wie bis anhin.

Die Jahresrechnung 2016 schloss mit einem Gewinn von 432000 Franken. Die Synodalen folgten dem Antrag des Kirchenrates und sprachen je 75000 Franken für den künftigen Web-Auftritt «Katholische Kirche im Thurgau» und das Jubiläum «150 Jahre Thurgauer Landeskirchen – 2019/20». Die restlichen 282000 Franken wurden dem Eigenkapital der Landeskirche zugeschrieben.

Christof Lampart

thurgau@thurgauerzeitung.ch

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