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SVP will Mundart nicht in Gesetz verankern

ALTERSWILEN. SVP-Kantonsrat Hanspeter Gantenbein sieht davon ab, eine kantonale Volksinitiative zu Mundart im Kindergarten zu lancieren. Denn die SVP-Delegierten versagten ihm die Unterstützung.
Mathias Frei
Strahlende Gesichter: Ruedi Zbinden wird von Kantonalsekretärin Yvonne Melone mit Blumen beglückwünscht. (Bild: pd)

Strahlende Gesichter: Ruedi Zbinden wird von Kantonalsekretärin Yvonne Melone mit Blumen beglückwünscht. (Bild: pd)

Knapper hätte die Entscheidung nicht ausfallen können. Mit 69 Ja-Stimmen zu 70 Nein-Stimmen sprachen sich die Delegierten der SVP Thurgau am Dienstagabend gegen eine Unterstützung von Hanspeter Gantenbeins Mundart-Volksinitiative aus. Der Wuppenauer SVP-Kantonsrat wollte erreichen, dass Mundart als erste Unterrichtssprache im kantonalen Volksschulgesetz festgeschrieben wird.

Im Nachgang zeigte sich Gantenbein enttäuscht ob des knappen Ausgangs und kündigte an, die Initiative fallenzulassen. Es sei momentan wohl sinnvoller, die Thematik auf einer anderen Ebene anzugehen.

Nach der Motion die Initiative

Vor einem Jahr hatte der Grosse Rat auf Empfehlung der Regierung eine inhaltlich gleichlautende Motion von Gantenbein abgelehnt. Das Hauptargument von Gantenbeins Gegnern damals wie heute: Mundart ist die dominierende Sprache im Kindergarten und soll als solche auch im Lehrplan 21 Festschreibung erfahren. Dementsprechend besteht kein Handlungsbedarf.

Diese Meinung vertraten an der Delegiertenversammlung vorgestern die Schulleiter, Schulpräsidenten und Lehrer in den SVP-Reihen. Damit stützten sie die eigene Regierungsrätin und Bildungsdirektorin Monika Knill. «Mundart hat einen grossen Stellenwert und muss gepflegt werden», stellte Knill gestern fest. Aber es brauche keine Verankerung in einem Gesetz. Denn die Lehrplan-Vorgaben würden von den Schulgemeinden, denen sie ihr vollstes Vertrauen schenke, gelebt werden, sagte Knill.

«SVP hat Chance verpasst»

Gantenbein zeigte sich zwar erfreut, dass bei Regierungsrätin Knill das Thema in guten Händen sei. Gleichwohl hätte er sich gewünscht, dass die SVP die Thematik proaktiv angeht. Es sei eine Frage der Zeit, bis es einen Budgetposten «Erhaltung der Mundart» gebe. Heutzutage werde noch von Einzelfällen gesprochen, etwa betreffend deutschen Lehrpersonen. In Zukunft befürchtet er ein System. Und schliesslich sei es auch eine Frage, wie sehr man sich anpasse und von der eigenen Kultur preisgebe, sagte Gantenbein. «Mit dem Nein haben wir eine Chance verpasst.»

So kontrovers wollte der neugewählte Kantonalpräsident Ruedi Zbinden das knappe Resultat gegenüber der TZ nicht werten. Zbinden, selber acht Jahre lang Schulpräsident von Mettlen, erklärte, er sehe ebenso wenig Handlungsbedarf für einen neuen Gesetzesartikel. Was neue Gesetze betreffe, so sei die SVP sowieso stets eher kritisch eingestellt. Vielmehr zeige diese Delegiertenversammlung auf, dass intern eine interessante Diskussionskultur herrsche. «Und das macht es spannend», sagte der neue Präsident Ruedi Zbinden.

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