SVP Wil wurde vor Bösch gewarnt

WIL. Keine Ruhe um die Wiler SVP-Stadtparlamentarierin Sarah Bösch: Die Zürcher SVP hat die Wiler Ortspartei ausdrücklich vor einer Aufnahme Böschs gewarnt. Bösch habe 2013 die Mitgliedschaft bei der SVP des Kantons Zürich beantragt, berichtet der «Tages-Anzeiger».

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Sarah Bösch SVP-Stadtparlamentarierin Wil (Bild: Ralph Ribi)

Sarah Bösch SVP-Stadtparlamentarierin Wil (Bild: Ralph Ribi)

WIL. Keine Ruhe um die Wiler SVP-Stadtparlamentarierin Sarah Bösch: Die Zürcher SVP hat die Wiler Ortspartei ausdrücklich vor einer Aufnahme Böschs gewarnt. Bösch habe 2013 die Mitgliedschaft bei der SVP des Kantons Zürich beantragt, berichtet der «Tages-Anzeiger». Die Parteileitung lehnte ihren Antrag ab. Parteisekretär Reinhard Wegelin bestätigte gegenüber unserer Zeitung, dass eine Aufnahme wegen «gewisser Unregelmässigkeiten» nicht in Frage gekommen sei. Er habe den Wiler SVP-Präsidenten Klaus Rüdiger Ende Februar telefonisch von einer Aufnahme Böschs in die Partei abgeraten, sagte Wegelin. Das bestätigt Bruno Dudli, Präsident der SVP-Kreispartei Wil: «Ja, wir wurden gewarnt.» Dank der Unterstützung von SVP-Fraktionspräsident Mario Schmitt sei Bösch via Fraktion dennoch in der Ortspartei gelandet.

Sitzung zur Causa Bösch

Abgesehen von Schmitt scheint die 33-Jährige in der Wiler SVP keinen Rückhalt mehr zu haben. «Ich habe bis jetzt nur negative Rückmeldungen zu Bösch bekommen», sagt Dudli. Die Causa Bösch ist für die Fraktionssitzung der SVP Wil vom Montag traktandiert.

Bösch sei als Mitglied der SVP Kilchberg mehrfach angeeckt, berichtet der «Tages-Anzeiger». Sie habe etwa für den Gemeinde- und den Kantonsrat kandidieren wollen, ohne die parteiinterne Ochsentour absolviert zu haben. Die Zeitung berichtet zudem von Problemen um eine Tagesstätte für behinderte Kleinkinder in Wädenswil, für die sich Bösch engagiert habe. Etliche SVP-Mitglieder hätten Geld gespendet, so der «Tages-Anzeiger». Nach kurzer Zeit sei es um das Projekt bereits wieder still geworden. Zuvor soll Bösch der Gemeinde gegenüber erklärt haben, die SVP werde die Kosten von rund 1000 Franken für die Umbaubewilligung zahlen. Später habe sie die Gemeinde vergeblich um eine Reduktion der Gebühren ersucht.

Auf Facebook bedankt

Bösch hat sich mittlerweile auf Facebook wieder zu Wort gemeldet. «Herzlichen Dank für die vielen positiven Nachrichten», schrieb sie gestern morgen. Es sei ihr leider nicht möglich, alle Mitteilungen einzeln zu beantworten. Deshalb bedanke sie sich auf diesem Weg für die «erfreuliche, intensive und nachhaltige Unterstützung».

Bösch steht seit Tagen im Fokus, nachdem sie auf Facebook die St. Galler Polizei wegen einer Kontrolle scharf kritisiert hatte. Wie sich später herausstellte, war Bösch mit über 0,8 Promille am Steuer gesessen. Sie musste den Fahrausweis abgeben. (dwa/ar)