SVP sollte ihre Lausbuben rüffeln

Die Nationalratskandidaten der Jungen SVP werben bereits jetzt mit ihren Köpfen am Strassenrand. Sie verstossen damit gegen die Vorschrift, dass Plakate erst sechs Wochen vor den Wahlen aufgestellt werden dürfen.

David Angst
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Die Nationalratskandidaten der Jungen SVP werben bereits jetzt mit ihren Köpfen am Strassenrand. Sie verstossen damit gegen die Vorschrift, dass Plakate erst sechs Wochen vor den Wahlen aufgestellt werden dürfen.

Anstand und Verlässlichkeit sind gute Schweizer Eigenschaften. Als guter Schweizer gilt einer, wenn er sich an Regeln und Abmachungen hält. Und wer den roten Pass erwerben will, der hat sich peinlichst genau an die Regeln und Gepflogenheiten zu halten, sonst kann er es vergessen. Sagt die SVP.

Bei der Erziehung ihrer Jungpartei hat sie in diesem Bereich noch einiges zu tun. Die JSVP bricht die Konvention, tut dabei, als ob nichts wäre, und streckt den anderen hintenherum die Zunge heraus. Was sie als «juristisches Schlupfloch» bezeichnet, ist nichts anderes als eine Frechheit – und nicht einmal eine besonders originelle.

Natürlich wissen die JSVP-Leute, dass genau dies ihnen die Publicity verschafft, die sie brauchen. Der Verstoss gegen moralische oder juristische Konventionen ist eine Möglichkeit, sich ins Rampenlicht zu rücken. Ein Meister dieser Masche ist der SVP-Bundesrat Ueli Maurer. «Solange ich Neger sage, bleibt die Kamera bei mir», sagte er einst als Parteipräsident.

Die Medien müssen wohl oder übel über die Regelverstösse berichten. Aber wenigstens müssen sie nicht applaudieren. Die Thurgauer Mutterpartei sollte ihren Lausbuben den Hintern versohlen und damit ein Zeichen setzen für den bewährten Anstand in der Thurgauer Politik. Und jene SVP-Mitglieder, die ihr Land zur Verfügung stellen, sollten dem Treiben ein Ende setzen.

david.angst@thurgauerzeitung.ch