SVP sieht sich von Partnern angegriffen

Schleichender EU-Beitritt, Asylchaos und übermässige Bürokratie: Die SVP Thurgau hat den Wahlkampf für die Verteidigung ihrer Politiker in Bundesbern eröffnet. Keine Freude bereitet die Listenverbindung der Mitteparteien. Von einer unheiligen Allianz ist die Rede.

Silvan Meile
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Einstehen für die SVP: Nationalräte Hansjörg Walter und Verena Herzog, Parteipräsident Ruedi Zbinden, Kurt Baumann, Diana Gutjahr, Vico Zahnd, Nationalrat Markus Hausammann und Ständerat Roland Eberle. (Bild: Silvan Meile)

Einstehen für die SVP: Nationalräte Hansjörg Walter und Verena Herzog, Parteipräsident Ruedi Zbinden, Kurt Baumann, Diana Gutjahr, Vico Zahnd, Nationalrat Markus Hausammann und Ständerat Roland Eberle. (Bild: Silvan Meile)

ROMANSHORN. Die SVP bringt es auf den Punkt. So lautet das Motto, mit dem die Partei in den Wahlkampf steigt. Am 18. Oktober sollen die Thurgauer SVP-Sitze im National- und Ständerat verteidigt werden. Zum Wahlauftakt trugen gestern die sechs Nationalratskandidaten zusammen mit Ständerat Roland Eberle ihre Themenschwerpunkte den Medien vor. Dabei ging es etwa darum, «Sicherheit für Land und Leute mit deutlich höheren Strafen für Gewaltdelikte» zu gewährleisten (Kurt Baumann), «das Asylchaos endlich zu stoppen» (Vico Zahnd) oder «die übermässige Bürokratie für die Betriebe wieder abzuschaffen» (Diana Gutjahr).

Angriff aus der Mitte

Für Diana Gutjahr war es gestern ein Heimspiel. Die SVP-Politiker fanden sich in ihrem Betrieb ein, der Ernst Fischer AG in Romanshorn. «Ein Ort, wo Wertschöpfung entsteht, wo mit Herz, Kopf und Händen gearbeitet wird, wie in unserer Politik», sagte Parteipräsident Ruedi Zbinden. Ganz zum Schluss der Präsentation ihrer Wahlkampfthemen brachte es Nationalrat Hansjörg Walter auf den Punkt, wo bei der Thurgauer SVP im Hinblick auf die Wahlen im kommenden Herbst der Schuh drückt: «Wir müssen unseren dritten Nationalratssitz verteidigen», sagt er, der zur fünften Legislatur antritt. Bei Walters erster Wahl in den Nationalrat im Jahr 1999 gewann die Thurgauer SVP diesen dritten Sitz. Seither konnte diese Stärke gehalten werden. In jedem Wahljahr habe man aber um diesen dritten Sitz gekämpft, erinnert sich Walter. Er stellt sich der Partei als Stimmenmagnet nochmals zur Verfügung. Ob er allenfalls während der Legislatur zurücktritt, liess er gestern offen.

Roland Eberle fand zum Vorgehen der bürgerlichen Konkurrenz deutliche Worte: «Unsere Partner greifen uns an», sagte der Ständerat und sprach die Listenverbindung der Mitteparteien CVP, FDP, BDP, EVP und GLP an. Der Freisinn wie auch die CVP handelten aus Opportunismus. Die SVP hingegen bekenne Farbe. «Wir täuschen den Wähler nicht mit einer unheiligen Allianz», sagte Parteipräsident Zbinden. Wo SVP drauf stehe, sei auch SVP drin. Obwohl die SVP mit drei bisherigen Nationalräten antritt und eine Listenverbindung mit der EDU eingeht, ist die Rettung des dritten Nationalratssitzes noch nicht gesichert.

Gegen fremde Richter

Auch die vier bisherigen Kandidaten nahmen zu Themen der nationalen Politik Stellung, für die sich die SVP in den kommenden vier Jahren besonders stark machen will. Verena Herzog gab sich kämpferisch gegen «den schleichenden EU-Beitritt und dem Unterwerfen fremder Richter». Der Thurgauer Bauernpräsident Markus Hausammann empfahl, die SVP «für eine nachhaltige, produzierende Landwirtschaft» zu wählen. Hansjörg Walter sprach sich für weniger Stau und komfortablere Zugverbindungen aus, Roland Eberle für eine starke Wirtschaft.