SVP-Präsident Marty tritt zurück

Auch die SVP Thurgau steht vor einem Führungswechsel. Parteipräsident Walter Marty tritt zu den parteiinternen Erneuerungswahlen 2013 nicht mehr an.

Christof Widmer/Mathias Frei
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Walter Marty (Bild: Reto Martin)

Walter Marty (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Vor allem wegen der zeitlichen Belastung seines Amtes will SVP-Präsident Walter Marty sich an der Delegiertenversammlung im Juni 2013 nicht mehr zur Verfügung stellen. Die Partei hat gestern seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er wolle sich auf sein Amt als Gemeindeammann in Kemmental und auf sein Kantonsratsmandat konzentrieren, sagte Marty gestern auf Anfrage. Für weitere vier Jahre könne er dem Präsidium nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken.

Präsenz in Mutterpartei nötig

Da die SVP klar wählerstärkste Partei im Thurgau sei und auch in der SVP Schweiz Präsenz zeigen wolle, sei die Inanspruchnahme des Präsidenten wohl noch etwas grösser als in anderen Parteien, vermutet Marty. In seine Amtszeit fiel zuletzt die Bundesratswahl mit Thurgauer Beteiligung und vorher einer weiteren parteiinternen Thurgauer Kandidatur sowie die Wahl von Hansjörg Walter zum Nationalratspräsidenten.

Marty ist seit 2008 Parteipräsident. Vor einem Jahr gelang es seiner Partei, ihre drei Nationalratssitze und den Ständeratssitz zu verteidigen. Im Frühling hat die Partei bei den Grossratswahlen aber zehn Sitze verloren. Sein Rücktritt habe damit aber nichts zu tun, sagt Marty. Die SVP habe vor allem wegen der neuen Bezirkseinteilung Mandate verloren.

Ausschuss sucht Nachfolger

Der Rücktritt ein Jahr nach den kantonalen Wahlen ermögliche dem Nachfolger oder der Nachfolgerin einen optimalen Einstieg in die Parteileitung, schreibt die SVP in ihrem Communiqué. Unter Kantonsrat Max Arnold sucht jetzt ein Ausschuss der Geschäftsleitung nach einer Nachfolge für Marty.

Die Findungskommission werde auf Anfang 2013 aktiv, erklärte Arnold. Das Präsidium der Kantonalpartei sei anspruchsvoll. Die SVP als mitgliederstarke Partei habe aber für verschiedene Ämter ein Reservoir an geeigneten Leuten. Er habe schon gewisse Personen im Kopf, könne aber noch keine Namen nennen, sagte Arnold. In Sachen Profil sei man noch offen, «ob es ein Bauer, Gemeindeammann oder Unternehmer, ein Mann oder eine Frau» werde. Es müsse nicht einmal gesagt sein, dass ein zukünftiges Präsidium Einsitz habe im Grossen Rat. «Was wir aber definitiv nicht suchen, sind politische Nobodies», sagte Arnold.

Einen Wechsel gibt es auch an der Spitze der FDP. Dort bewirbt sich Kantonsrat Walter Schönholzer als Nachfolger für Bruno Lüscher (die TZ berichtete).

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