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SVP auf allen Seiten

Nationalrätin Verena Herzog und Kantonsrat Andreas Wirth streiten sich über die Schul-Initiative.
Kurt Peter

Einst sassen sie beide als SVP-Vertreter in der Frauenfelder Schulbehörde. Nun treten Nationalrätin Verena Herzog und Kantonsrat Andreas Wirth im Abstimmungskampf zur Initiative für eine «gute Thurgauer Volksschule» gegeneinander an. Am Podium der Bezirks-SVP im Bottighofer Dorfzentrum am Dienstag plädierte Herzog vor 60 Zuhörern für einen persönlichen Unterricht, der Lernerfolg sei dabei besser. Der Lehrplan stütze sich auf schwammige Kompetenzen und definiere die Rolle des Lehrers neu. Die Initianten stünden klar hinter den Jahreszielen.

«Die Zeiten ändern sich in der Bildungs- und Berufswelt», entgegnete Wirth. So müsse sich die Schule anpassen. Der neue Lehrplan halte an Bewährtem fest und nehme Neues auf. Wissen verstehen, anwenden und die Bereitschaft, dies zu wollen, seien das Ziel des Lehrplans. Jahrgangsziele seien noch nie in einem Lehrplan enthalten gewesen. Die Lehrerin Hedwig Schär befürchtete einen Bildungsabbau. «Das gemeinsame Lernen mit den Kindern wird minimiert und damit auch das Verhältnis zur Lehrkraft.» Judith Ricklin, Lehrerin an einer Gesamtschule, sieht dem Lehrplan 21 hingegen «gelassen und mit Freude entgegen». Der kritisierte Paradigmenwechsel habe schon lange stattgefunden. Die Schule wolle die Kinder als mündige Bürger entlassen, «da reichen Lesen, Schreiben und Rechnen alleine nicht mehr aus».

Angelegenheit der Fachpersonen

Zur Diskussion führte auch der in der Initiative vorhandene Passus, dass der Grosse Rat über Lehrpläne befinden könne. Verena Herzog sah dies positiv, denn so könnten den Reformen Grenzen gesetzt werden. Und Hedwig Schär ergänzte, dass bei so wichtigen Fragen «das Volk das letzte Wort haben muss». Das sah Andreas Wirth natürlich anders: «Schon die Volksabstimmung wird ein schwieriges Unterfangen und bei einem Ja zur Vorlage ist ein neuer Lehrplan in der vorgesehenen Frist von zwei Jahren kaum zu machen». Judith Ricklin machte es kurz: «Lehrpläne sind Angelegenheiten der Fachpersonen aus der Bildung.»

Die Sicht der Regierungsrates erläuterte Monika Knill, ebenfalls SVP. Der Lehrplan sei einer breiten Vernehmlassung zugeführt worden. Dreimal sei er diskutiert worden und das habe es auch gebraucht. «Lesen, Schreiben und Rechnen bleiben entgegen der Vorwürfe des Komitees elementar». Es gehe mit dem Lehrplan genau darum, diese elementaren Eckwerte landesweit zu harmonisieren. Die Kosten bezifferte Knill auf Nachfrage auf 400 000 Franken für die Adaption des Lehrplanes an Thurgauer Verhältnisse und auf fünf Millionen Franken zur flächendeckenden Einführung.

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