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Sulgen nimmt Asylsuchende auf

SULGEN. Der Gemeinderat Sulgen hat beschlossen, dem Staatssekretariat für Migration die Luftschutzanlage an der Auholzstrasse vorübergehend zur Verfügung zu stellen. Der unterirdische Bau kann bis zu 120 Asylsuchenden als Unterkunft dienen.
Georg Stelzner
Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen, und Caesar Andres, Chef Fachbereich Partner und Administration im Staatssekretariat für Migration, verlassen die unterirdische Anlage für Luftschutztruppen an der Auholzstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen, und Caesar Andres, Chef Fachbereich Partner und Administration im Staatssekretariat für Migration, verlassen die unterirdische Anlage für Luftschutztruppen an der Auholzstrasse. (Bild: Georg Stelzner)

«Der Gemeinderat erklärt sich aus humanitären Gründen damit einverstanden, dass die Anlage für Luftschutztruppen zeitweilig von Asylsuchenden belegt wird», erklärt Sulgens Gemeindepräsident Andreas Opprecht. Die Vereinbarung mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) gelte für die Zeit vom 26. Oktober bis 31. Januar 2016. Die Anlage bietet Platz für maximal 120 Personen. Es wird mit einer durchschnittlichen Belegung von 80 Prozent gerechnet. Sofern sie nicht von der Schweizer Armee benötigt wird und ein Bedarf weiterhin vorhanden ist, sei eine spätere Reaktivierung der Unterkunft in Absprache mit der Gemeinde möglich, ergänzt Opprecht.

Kapazitäten sind ausgelastet

Der Gemeinderat Sulgen reagiert mit seiner Zustimmung zur vorübergehenden Nutzung der Luftschutzanlage durch das SEM auf die seit Juni 2015 anhaltend hohe Zahl neuer Asylsuchender in der Schweiz. Aufgrund der jüngsten Entwicklung sieht sich der Bund veranlasst, die Unterbringungskapazität des Empfangs- und Verfahrenszentrums (EVZ) Kreuzlingen temporär zu erweitern.

«Dies geschieht im Hinblick auf eine menschenwürdige Erstaufnahme und eine geregelte Registrierung von Asylsuchenden», führt Opprecht aus. In enger Zusammenarbeit mit den Kantonen und Gemeinden erhöhe das SEM die Zahl der Unterbringungsplätze bereits seit dem Frühling dieses Jahres. Sulgen sei kein Einzelfall.

Augenschein in Kreuzlingen

Vor der Zusage hat der Gemeinderat gemäss Opprecht das EVZ in Kreuzlingen aufgesucht, um sich ein Bild von der dort geleisteten Arbeit machen zu können. «Wir haben bei unserem Besuch einen guten Eindruck gewonnen und sind überzeugt, dass das SEM in der Lage sein wird, auch in Sulgen für einen geordneten Betrieb zu sorgen», erklärt der Gemeindepräsident.

Nächtliche Ausgangssperre

Während der Verwendung als Asylunterkunft wird die Luftschutzanlage in Sulgen vom EVZ betrieben. Dessen beauftragte Dienstleister, die Asyl Organisation Zürich AOZ und die Firma Securitas, werden das Personal für die Betreuung der Asylsuchenden und die Sicherheit vor Ort rund um die Uhr stellen.

«Die Asylsuchenden werden zwei bis drei Wochen in Sulgen bleiben. Sie dürfen ihr Domizil nur tagsüber, in der Zeit von 8.30 bis 17.30 Uhr, mit einem schriftlichen Ausgangsschein verlassen», erklärt Caesar Andres vom SEM. Ein Patrouillendienst werde die Sicherheit im Bereich der Anlage sowie an neuralgischen Punkten des Dorfes gewährleisten. Darüber hinaus wird laut Andres ein Sicherheitsdispositiv die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Thurgau regeln. In Kooperation mit den zuständigen Organen der Gemeinde Sulgen sei zudem vorgesehen, den Asylsuchenden Möglichkeiten zur Betätigung anzubieten. Das könnten gemeinnützige Beschäftigungsprogramme und sportliche Aktivitäten sein.

Regelmässige Kontakte

Zum Umstand, dass eine relativ grosse Zahl von Flüchtlingen unmittelbar neben der Primarschulanlage Auholz untergebracht werden soll, sagt der Gemeindepräsident: «Das SEM, der Gemeinderat und die Schulbehörden werden sich regelmässig treffen, um die Bevölkerung bei Problemen sofort informieren und rasch wirkungsvolle Massnahmen ergreifen zu können.»

Öffentliche Informationsveranstaltung: Dienstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, kleiner Auholzsaal, Sulgen.

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