SÜDSICHT: Wir tanzen ein Verbot

Weltanschauungen prallen nirgendwo so aufeinander wie in der Schule. Nein, die Rede ist für einmal nicht von reaktionären Lehrplangegnern.

Olaf Kühne
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Weltanschauungen prallen nirgendwo so aufeinander wie in der Schule. Nein, die Rede ist für einmal nicht von reaktionären Lehrplangegnern. Elterntaxis – an dieser Stelle auch schon Thema – bereiten der Münchwiler Schulbehörde derart Kopfzerbrechen, dass ein Velohelm nicht mehr ausreicht. Zumal dieser gegen Muttis Offroader eh zu schwach wäre. Auch ein Blick in die Nachbargemeinde hilft wenig.

Eschlikon versucht seit Jahren, des Phänomens Herr zu werden. Die Schulbehörde wählte die sanfte Methode – wir sind bei den Weltanschauungen. Oder in der Schulsprache: irgendwas in Richtung Rudolf Steiner. Farbige Schlangenlinien und Blumenkübel auf der Strasse sollten Helikoptereltern zur Einsicht bringen. Ob fehlbare Mütter zur Strafe ein B, ein M und ein W tanzen mussten, ist hingegen nicht bekannt. Gefruchtet hat es so oder so kaum.

Münchwilen fährt darum gar nicht erst auf der Gspürschmi-Schiene. Ein Fahrverbotsschild sollte Abhilfe schaffen. Farbtherapeuten sahen darin ein rotes rundes Ding am Strassenrand, Farbenblinde immerhin ein rundes Ding. Taxieltern hingegen sahen gar nichts. Dass die Schulbehörde nun mit der Polizei droht, ist so ziemlich das Gegenteil von Rudolf Steiner. Aber besser, Weltanschauungen prallen aufeinander, als Kinder auf Autos.