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Strom aus der Tiefe

Die Regierung wird ein Konzept zur Nutzung der Geothermie vorlegen. Auch der Grosse Rat ist für weitere Abklärungen. Besonderes Potenzial schlummert im Süden und Südosten des Kantons.
Kaspar Enz
Hier ging es schief: Der Bohrturm in Basel, der 2007 ein Erdbeben ausgelöst hatte. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Hier ging es schief: Der Bohrturm in Basel, der 2007 ein Erdbeben ausgelöst hatte. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

weinfelden. Je tiefer man ins Erdinnere vordringt, je näher man der Lava im Erdinnern kommt, desto wärmer wird es – rund drei Grad pro 100 Meter Tiefe. «Das bekommen die Mineure im Gotthardtunnel zu spüren», sagt Regierungsrat Kaspar Schläpfer gestern im Grossen Rat. «In der Mitte des Gotthard muss der Tunnel gekühlt werden, dass die Arbeit überhaupt möglich ist.» Für Josef Gemperle (CVP, Fischingen) ist klar: «Das Potenzial für Energie aus dem Erdinnern ist gigantisch.

» In dem gestern im Rat diskutierten Antrag forderte Gemperle und die CVP/GLP-Fraktion, dass der Regierungsrat ein Konzept zur Nutzung der tiefen Geothermie im Thurgau ausarbeiten soll. Denn während die Energie aus Wind und Sonne wetterabhängig ist, wäre diejenige aus dem Erdinnern zuverlässig, betonte Gemperle.

Regierung schon auf dem Zug

Seit Einreichung des Antrags vor einem Jahr hat der Regierungsrat bereits erste Schritte getan.

Eine Studie über das Potenzial der Geothermie in den Kantonen Thurgau und Schaffhausen liegt unterdessen vor. Sie weist für die sogenannte untiefe Geothermie ein grosses und nutzbares Potenzial aus. Für die tiefe Geothermie sieht die Studie vor allem im Süden und Südosten des Kantons Potenzial – nicht nur für die Gewinnung von Wärme, sondern auch zur Stromgewinnung.

Die untiefe Geothermie soll verstärkt genutzt, die tiefe langfristig erschlossen werden, so will es der Regierungsrat. Deshalb werde er bald ein umfassendes Konzept über die Nutzung der Geothermie vorlegen.

Der Antrag renne somit offene Türen ein, sagte Hans Munz (FDP, Amriswil). «Der Regierungsrat ist bereits auf dem Pfad der Tugend.» Gegen den Antrag sprach sich deshalb aber niemand aus.

David Zimmermann (SVP, Braunau) verwies auf Risiken wie das Erdbeben, das entsprechende Bohrungen 2007 in Basel ausgelöst hatten. «Deshalb wäre es falsch, vorschnell Konzessionen zu vergeben», sagte er. Aber auch seine Fraktion unterstütze den Antrag.

Zweifler beruhigt

Bei einem risikoreichen und kostenintensiven Einsatz von Steuergeldern wie der Geothermie würde man Vorsicht walten lassen und auch nicht vorschnell Konzessionen vergeben, versicherte Regierungsrat Schläpfer den Zweiflern.

Viele gab es von diesen aber nicht, denn ohne eine einzige Gegenstimme stimmte der Rat dem Antrag zu.

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