Stricken für Senioren in Rumänien

PFYN. Klara Herzog ist eine Katzenliebhaberin. Daran lässt die Einrichtung ihrer Wohnung keinen Zweifel. In der Ecke liegt eine grosse Plüschkatze und überall hängen Bilder einer schwarzen Katze mit grünen Augen. «Das ist Mucheli», erklärt die 95-Jährige.

Viola Stäheli
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Klara Herzog erklärt das Brettspiel Halma. (Bild: Viola Stäheli)

Klara Herzog erklärt das Brettspiel Halma. (Bild: Viola Stäheli)

Klara Herzog ist eine Katzenliebhaberin. Daran lässt die Einrichtung ihrer Wohnung keinen Zweifel. In der Ecke liegt eine grosse Plüschkatze und überall hängen Bilder einer schwarzen Katze mit grünen Augen. «Das ist Mucheli», erklärt die 95-Jährige. Mucheli verbrachte ihr ganzes Leben mit Klara Herzog. «Jede Nacht hat sie sich zu mir ins Bett gekuschelt.» Das schwarze Büsi hatte Probleme mit den Nieren. «Aus Erbarmen schickte ich Mucheli am 13. März über den Regenbogen ans andere Ufer.» Herzog vergisst ihre Katze nicht: «Wir hatten eine schöne Zeit.»

Farbenfrohe Decken

Nebst den Katzenbildern fallen kleine, farbenfrohe Decken auf. Herzog strickt diese selber. «Die Decken werden von einer Organisation nach Rumänien gebracht.» Dort wärmen die Stricksachen Senioren. Gerade in den heissen Sommertagen bleibt Herzog am liebsten in der Wohnung und strickt an der nächsten Decke – oder löst ein Kreuzworträtsel. Eine andere Leidenschaft von Klara Herzog ist das Spielen: «Einmal im Monat jasse ich mit Freunden.» Zusätzlich trifft sie sich jeden Sonntagnachmittag mit einer anderen Bewohnerin der Alterssiedlung Lindebüel in Pfyn, um Halma zu spielen, ein Brettspiel für bis zu sechs Personen.

Neigt sich ein Tag dem Ende zu, trifft sich Herzog mit ihren Nachbarn unter den Linden bei der Alterssiedlung. Dort plaudert sie mit ihnen und beobachtet die Luftballone, die im Sommer häufig am Himmel zu entdecken sind. Klara Herzog ist aber auch immer mit dabei, wenn in der Alterssiedlung Aufgaben anstehen: So hilft sie mit, Kirschen zu sortieren oder Äpfel zu schneiden. «Ausserdem freue ich mich immer auf die gemeinsamen Mittagessen, die von Rolf Müller zubereitet werden», sagt Klara Herzog. Rolf Müller führt das Café in der Alterssiedlung und organisiert Aktivitäten.

Erst Schneiderin, dann Lehrerin

Klara Herzog wuchs in Pfyn auf und blieb ein Leben lang der Region treu. Sie begann ihre berufliche Karriere als Damenschneiderin. Mit dem Velo fuhr sie zu ihren Kunden. «Damals gab es nur drei Autos im Dorf», sagt Herzog. Ein Kunde brachte sie auf die Idee, Handarbeitslehrerin zu werden. «Also machte ich das Seminar.» Sie arbeitete in den Schulen von Lanzenneunforn, Hörhausen und Dettighofen. Einige Zeit nach ihrer Pensionierung zog sie in die Alterssiedlung Lindebüel, das ist nun 18 Jahre her.