Streptomycin: Der Bund hält am Verbot fest

FRAUENFELD. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) will nichts wissen von einer Lockerung des Streptomycin-Verbots.

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FRAUENFELD. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BWL) will nichts wissen von einer Lockerung des Streptomycin-Verbots. Das BWL lehnte gestern an einer Aussprache mit Obstverbänden und kantonalen Beratungsstellen eine Wiedererwägung des vor einem Monat bekanntgewordenen Entscheids ab, für dieses Jahr keinen Antibiotikaeinsatz im Kampf gegen die Bakterienkrankheit Feuerbrand mehr zuzulassen. «Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass auf seinen Antrag zur Wiedererwägung nicht eingetreten wird», heisst es in einer Mitteilung des Kantons Thurgau.

Entscheid nicht nachvollziehbar

Nicht nur aus dem Thurgau wurde ein Wiedererwägungsgesuch eingereicht. Auch aus den Kantonen St. Gallen, Zürich und Wallis sei der Ruf laut geworden, das BWL soll seinen Entscheid nochmals überdenken, weiss Edwin Huber, abtretender Präsident der Thurgauer Obstbauern. Er war gestern an der Aussprache in Bern dabei. «Ich hoffe jetzt nur, dass uns kein schlimmer Frühling bevorsteht», sagt Huber. Warmfeuchtes Klima während der Blütezeit der Obstbäume erhöht den Infektionsdruck des Feuerbrandbakteriums. Nun müssen Versuche und Forschung weitergetrieben werden, um den Feuerbrand künftig auch ohne das umstrittene Antibiotikum bekämpfen zu können.

Noch keine Rückgabe-Strategie

Weiterhin ungewiss bleibt die Frage, wie mit den noch vorhandenen Vorräten an Streptomycin der Obstbauern umgegangen wird. «Zurzeit prüft die Fachstelle für Pflanzenschutz die koordinierte Rücknahme des Pflanzenschutzmittels Streptomycin am Lager der Obstbauern. Ausstehend ist, ob das BLW eine allfällige Rückerstattung finanziert,» schreibt des Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau. (sme.)