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STREIT UM LOGO: Puma zwingt Thurgauer Kleinunternehmen in die Knie

Der Rechtsstreit zwischen der Ermatinger Holzmanufaktur Urwyler & Hostettler und dem deutschen Markenriesen Puma ist zu Ende. Die Inhaber der Thurgauer Firma haben eingewilligt, ihr bisheriges Logo aus dem Schweizer Markenregister zu löschen.
Puma hat im Markenrechtsstreit mit einem Thurgauer Unternehmen die Oberhand behalten. (Bild: NORBERT MILLAUER (AP dapd))

Puma hat im Markenrechtsstreit mit einem Thurgauer Unternehmen die Oberhand behalten. (Bild: NORBERT MILLAUER (AP dapd))

"Puma schadet sich am Ende nur selbst – wir werden uns weiterhin zur Wehr setzen." Das sagte Andy Hostettler, Mitinhaber der Ermatinger Holzmanufaktur Urwyler & Hostettler GmbH, Anfang März. Soeben war bekannt geworden, dass der deutsche Markengigant Puma die Thurgauer Kleinfirma wegen eines Logostreits vor das Bundesverwaltungsgericht ziehen wollte. Nun ist die Auseinandersetzung vorbei: Michael Urwyler und Andy Hostettler haben eingewilligt, ihr bisheriges Logo aus dem Schweizer Markenregister zu löschen und fortan ein neues Logo zu führen. Im Gegenzug wird Puma von weiteren Rechtsmitteln absehen.

Mit diesem Logo sorgte ein Thurgauer Kleinunternehmen für Ärger beim Markenriesen Puma. (Bild: pd)

Mit diesem Logo sorgte ein Thurgauer Kleinunternehmen für Ärger beim Markenriesen Puma. (Bild: pd)

Der Start des Streits

Die Urwyler & Hostettler GmbH aus Ermatingen besteht seit 2014. Sie stellte zunächst ausschliesslich Holzbretter für Panorama-Messer her. Im Lauf der Zeit nahm die Firma auch kleinere Möbel ins Sortiment auf. Seinen Anfang nahm der Rechtsstreit mit Puma im Jahr 2016. Das deutsche Unternehmen monierte, das Logo des Ermatinger Kleinunternehmens – es zeigt einen springenden Hund – sei dem Puma-Erkennungszeichen zu ähnlich. Puma störte sich insbesondere daran, dass das Ermatinger Logo auch für Sportartikel, Sportschuhe und Sportkleidung eingetragen worden sei. Die Firma aus Ermatingen ihrerseits weigerte sich, die Anmeldung für die Marke für alles, was unter Sportausstattung fällt, zurückzuziehen. "Wir werden nichts unterschreiben, was uns in unserer Entwicklung hemmt", sagte Andy Hostettler Anfang 2016. Das Thurgauer Kleinunternehmen stellte sich auf den Standpunkt, sein Logo zeige das Wappentier, das seit Jahrhunderten für Ermatingen stehe – zudem springe der Hund auf die andere Seite als der Puma der Deutschen.

Gang ans Bundesverwaltungsgericht hinfällig

Vor kurzem entschied das Institut für Geistiges Eigentum in Bern zugunsten der Ermatinger Kleinfirma: Es glaubt nicht, dass der Ermatinger Hund mit der Raubkatze von Puma zu verwechseln sei. Dies, weil sich das Ermatinger Zeichen genügend von der Raubkatze abhebe.

Der deutsche Markenriese kündigte in der Folge an, im Markenstreit das Bundesverwaltungsgericht anzurufen – ein Schritt, der nun hinfällig wird. In einem Communiqué wird Puma-Vertreter Michael Lämmermann wie folgt zitiert: "Wir freuen uns sehr, dass wir in gemeinsamen Gesprächen zu einem fairen Ergebnis gekommen sind und damit unseren Rechtsstreit endgültig beigelegt haben." Auch Andy Urwyler vom Ermatinger Unternehmen ist erleichtert: "Wir sind froh, dass wir uns nun wieder auf unsere Arbeit konzentrieren können. Eine Weiterführung des Markenrechtsstreits hätte uns sehr viel Zeit gekostet." Puma habe sich bereit erklärt, für die Kosten des neuen Logos und den Ersatz der bisher entstanden Aufwendungen - beispielsweise Werbe- und Messematerial - aufzukommen." Das neue Logo - ein Hund, der die Zunge herausstreckt - ist laut dem Unternehmen bereits registriert worden.

Bereits zu Beginn des Streits hatte Andy Hostettler durchblicken lassen, dass er und sein Geschäftspartner nicht um jeden Preis Recht erhalten wollen: "Wir haben nicht das Geld, um gegen Puma zu kämpfen. Wir werden nicht unsere Firma riskieren, um Recht zu bekommen."

Bei der Übergabe der Trikots an den Plättli Zoo. (Bild: Donat Beerli)

Bei der Übergabe der Trikots an den Plättli Zoo. (Bild: Donat Beerli)

Als Zeichen der gütlichen Einigung übergab Puma-Vertreter Michael Lämmermann im Frauenfelder Plättli-Zoo im Beisein der Inhaber der Thurgauer Kleinfirma eine Spende für das Puma-Gehege. (red.)

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