Streit über die Rolle des Bundes bei der BTS

Die BTS habe für den Bund nur geringe Priorität und werde kaum finanziert, sagt die St. Galler Nationalrätin Yvonne Gilli. Baudirektor Jakob Stark widerspricht.

Hugo Berger
Drucken
Teilen

AMRISWIL. Als Aussenstehende betrachte sie die Finanzierung der BTS und OLS im Thurgau sozusagen aus der Vogelperspektive, sagte die grüne St. Galler Nationalrätin Yvonne Gilli. Sie trat anlässlich der Generalversammlung der Pro Aachtal/Thurtal an einem öffentlichen Anlass auf. Der Verein bekämpft das Strassenprojekt.

Die Ausgaben für den Verkehr stünden in Konkurrenz mit den Kosten des Gesundheitswesens, Strassenbau wiederum mit dem Schienenverkehr, sagte Gilli. Die BTS sei nur eines der rund hundert Projekten, die vom Bund geprüft würden. Auch zähle die Strecke aus gesamtschweizerischer Sicht nicht zu den neuralgischen Punkten. Gillis Fazit: «Für den Bund hat das Thurgauer Strassenprojekt nur geringe Priorität. Ich gehe eher davon aus, dass es nicht realisiert wird.» Sie räumte aber ein, dass Lobbyismus unter Umständen Wunder wirkte.

Stark optimistisch

Optimistisch zeigte sich der an der Veranstaltung ebenfalls anwesende Regierungsrat Jakob Stark. Es sei ihm bewusst, dass das Geld nicht ohne weiteres gesprochen werde. Es brauche viel Arbeit, aber die Finanzierung durch den Bund sei «durchaus möglich». Schliesslich gebe es eine Kasse, die für den Strassenbau reserviert sei, sagte Stark. Zudem zeichne sich ab, dass der Ständerat den Preis für die Autobahnvignette auf 100 Franken erhöhen wolle, was zusätzliche Mittel für den Strassenbau generieren würde. Als Pluspunkt für die BTS sieht Stark, dass der Thurgau dem Bund ein planerisch fortgeschrittenes Projekt übergibt.

Wieder bei null anfangen?

Als Alternative zu BTS und OLS verwiesen die grünen Grossratsmitglieder Silvia Schwyter und Toni Kappeler auf den Ausbau der bestehenden Strasse. Abgestimmt wird am 23. September lediglich über den Bau der BTS und OLS. «Wenn das Projekt abgelehnt wird, fangen wir wieder bei null an», machte Stark deutlich.

Aktuelle Nachrichten