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STRATEGIE: Ein Museum nach dem anderen

Trotz Kritik aus dem Oberthurgau verteidigt die Regierung ihren Entscheid, die Standortfrage für das Historischen Museum ­zurückzustellen. Die Planungen beim Kunstmuseum in Ittingen hätten Priorität. Allerdings hat man dort schon wieder Verspätung.
Christian Kamm
Die Suche nach einem neuen Standort für das Historische Museum liegt auf Eis. (Bild: Donato Caspari)

Die Suche nach einem neuen Standort für das Historische Museum liegt auf Eis. (Bild: Donato Caspari)

Christian Kamm

christian.kamm@thurgauerzeitung.ch

Eigentlich hätte die Projektorganisation, die sich um die Zukunft des Kunstmuseums Ittingen und die Möglichkeiten eines Erweiterungsbaus kümmert, ihren Bericht bis Ende 2017 abliefern müssen. Es habe sich nun aber gezeigt, dass insbesondere auch die umfangreichen Abklärungen mehr Zeit benötigten als angenommen, schreibt der Regierungsrat in der Beantwortung eines parlamentarischen Vorstosses. Folge: «Die entsprechenden Ergebnisse werden voraussichtlich erst im Sommer 2018 vor­liegen.»

Das aber hat auch Folgen für das Projekt «Historisches Museum». Denn im März 2017 hatte die Kantonsregierung den Grundsatzentscheid gefällt, zuerst die Projektierung in Ittingen unter Dach und Fach zu bringen und erst anschliessend die Standortfrage für das Historische Museum weiterzuverfolgen, das heute noch im zu eng gewordenen Schloss Frauenfeld untergebracht ist.

Kritik im Oberthurgau

Diese Etappierung stiess in der Folge vor allem im Oberthurgau sauer auf. Obwohl sich Pläne mit dem Kornhaus in Romanshorn zerschlagen haben, hofft man dort weiter, das Historische Museum von Frauenfeld in den oberen Thurgau lotsen zu können und lancierte mehrere Standortoptionen. Mit dem Titel «Fragwürdiger Marschhalt mit dem Historischen Museum» ist denn auch eine Interpellation überschrieben, die im April 2017 acht Kantonsräte aus der Region gemeinsam eingereicht haben – notabene aus acht verschiedenen Parteien. Tenor: Der Planungsstopp sei schwer nachzuvollziehen, komme einer Verzögerungstaktik gleich und drohe, den Standortentscheid «stark zu beeinflussen oder gar vorwegzunehmen». Weder eine Gemeinde noch private Liegenschaftenbesitzer könnten zehn Jahre warten auf ein Museum, «das dann vielleicht nie kommt».

Die Regierung verteidigt in ihrer gestern veröffentlichten Antwort sowohl Etappierung wie Priorisierung. Die gleichzeitige Abwicklung beider Projekte würde mit einer Summe von über 60 Millionen Franken ein punktuell zu grosses Investitionsvolumen auslösen. «Eine Etappierung ist deshalb unumgänglich.» Ittingen müsse Vorrang haben, weil das Kunstmuseum ohne Sanierung das Gütesiegel für Leihgaben anderer Museen und damit seinen bisherigen Stellenwert verliere. Hingegen habe man beim Historischen Museum mit der Aufteilung an zwei Ausstellungsorten in Frauenfeld nun eine «pragmatische Zwischenlösung gefunden». Darüber hinaus sei weiterhin unklar, was mit dem Schloss Frauenfeld im Falle eines Auszugs des Museums passieren soll.

Das ist dann spätestens der Punkt, wo die Kritik von Mit-Interpellant Andrea Vonlanthen (SVP, Arbon) ansetzt. «Wir haben den Verdacht, dass man mit der Verzögerungstaktik Frauenfeld die Chance geben will, ein Alternativprojekt vorzulegen.» Das regierungsrätliche Kostenargument für die Etappierung lässt Vonlanthen ebenfalls nicht gelten: Neben der Planung in Ittingen auch die Standortfrage für das Historische Museum voranzutreiben, heisse ja nicht, sofort mit der Realisierung zu beginnen. In Arbon, wo eine Lösung mit dem Schloss und einem Neubau diskutiert wird, ist man nach dieser «sehr irritierenden und nicht befriedigenden Antwort» trotzdem weit vom Aufgeben entfernt. Vonlanthen: «Wir werden unsere Ideen nun noch intensiver verfolgen.» Schon in wenigen Monaten will man dem Kanton eine Projektskizze vorlegen, um selbstbewusst aufzuzeigen, «welche Standortvorteile Arbon hat».

«Die Hafenstadt Romanshorn ist nach wie vor sehr interessiert am Historischen Museum», sagt auch Stadtpräsident und Mit-Interpellant David H. Bon. Es gebe geeignete Standorte. Allerdings könnten die wegen Landknappheit und anderen Nutzungen unter Druck geraten. Deshalb gelte es, vorausschauend zu handeln und Liegenschaften frühzeitig abzusichern. Es sei nicht nachvollziehbar, «weshalb der Kanton nicht proaktiv handelt», kritisiert Bon. «Die Standortfrage ist und bleibt zentral und kann durchaus unabhängig von Lösungen für das Schloss Frauenfeld vorangetrieben und vorbereitet werden», ist der Romanshorner Stadtpräsident überzeugt.

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