STRASSENBAU: Kanton nimmt nächste Etappe der BTS in Angriff

Nachdem der Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds angenommen wurde, gibt der Kanton Thurgau bei der neuen Bodensee-Thurtalstrasse Gas. Seit gestern laufen bereits abklärende Bohrungen.

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Die Frauenfelderstrasse zwischen Weinfelden und Märstetten (Blick vom Ottenberg) soll durch die BTS entlastet werden. (Bild: Reto Martin)

Die Frauenfelderstrasse zwischen Weinfelden und Märstetten (Blick vom Ottenberg) soll durch die BTS entlastet werden. (Bild: Reto Martin)

Das kantonale Tiefbauamt verliert keine Zeit. Bereits am Montag – und damit nur einen Tag nach den Abstimmungen – begannen die Sondierbohrungen für die zweite und dritte Etappe der Bodensee-Thurtalstrasse (BTS). Mit dem am Sonntag an der Urne angenommenen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) wird der Bund am 1. Januar 2020 unter anderem die heutige Thurtalstrasse von Bonau bis Arbon ins Nationalstrassennetz übernehmen. Spätestens dann kann der Kanton Thurgau dem Bund auch das Generelle Projekt für die neue BTS übergeben, welche die Städte und Dörfer entlang der heutigen Verbindung entlasten wird. So schreibt es das Tiefbauamt in einer Mitteilung.

Für die erste Etappe der BTS von Arbon West bis Amriswil West/Oberaach liegt das Generelle Projekt für den Bund seit Frühjahr 2016 vor. Für die zweite und dritte Etappe sind in Erlen und in Weinfelden Abklärungen über den geologischen Untergrund notwendig. «Das gibt uns eine grössere Planungssicherheit», sagt Gesamtprojektleiter Peter Imbach. Dadurch sei auch eine genauere Kosteneinschätzung möglich. Imbach erwartet keinerlei Komplikationen. Sollte aber wider Erwarten der Untergrund Auffälligkeiten aufweisen, sei es eine Möglichkeit, die Linienführung der geplanten Strasse geringfügig zu verändern.

Ohne NAF wäre nicht ­gebohrt worden

Das Tiefbauamt erwartet von den Untersuchungen Aussagen zu den einzelnen Schichten, wo Lockergestein in Fels übergeht oder wie das Gestein zusammengesetzt ist. Auch Felseigenschaften sowie der Porenwasserdruck und der Grundwasserspielgel werden durch die Arbeiten dokumentiert und ausgewertet.

Die Bohrungen in Weinfelden finden seit gestern in den Gebieten Bründlerberg, Burgstogg, Schlosshalde und im Gebiet Häärig/Unterfäld statt. «Wäre der NAF nicht angenommen worden, hätten wir die Arbeiten nicht durchgeführt», sagt Imbach. Seit gut drei Wochen sei der Sondierungsauftrag zu 248000 Franken an die Fretus AG aus Bad Zurzach vergeben, auf Geheiss der Regierung habe aber das Ja zum NAF abgewartet werden müssen. Imbach sagt: «Wir haben die Prognosen verfolgt und sind daher nicht überrascht.» Aus diesem Grund sei gestern alles für den Start der Arbeiten bereit gewesen. «In Erlen wollen wir auch diese Woche noch beginnen», sagt der Gesamtprojektleiter. Dort sind im Gebiet Schwändi Sondierbohrungen nötig. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis zum 24. März, wie es in der Mitteilung des Tiefbauamts heisst.

Larissa Flammer

larissa.flammer@thurgauerzeitung.ch