Stipendien sollen angeglichen werden

Ein Konkordat soll Mindeststandards für das Stipendienwesen festlegen. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau unterstützt ein solches Konkordat.

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frauenfeld. Obwohl das Bundesgesetz über die Gewährung von Beiträgen an die Aufwendungen der Kantone für Stipendien regelt, welche Ausbildungen bis zu welcher Beitragslimite mit Bundesbeiträgen unterstützt werden, sind die kantonalen Gesetze sehr unterschiedlich. So bestehen auch grosse Unterschiede in der Höhe der Beiträge. Die Stipendien der Kantone pro Kopf der Bevölkerung liegen zwischen 18 und 90 Franken pro Jahr.

Erfolge absichern

Trotz dieser Unterschiede sei es in den vergangenen Jahren gelungen, eine gewisse Koordination zwischen den Kantonen zu erreichen, wie die Regierung mitteilt. Mit dem Konkordat sollen diese Erfolge gesichert und Grundsätze festgelegt werden. Die kantonale Hoheit in der Stipendienvergabe bleibt aber bestehen. Die Kantone hätten lediglich Minimalstandards zu garantieren.

Ziel der Vereinbarung ist es einerseits, dass keine Person wegen eines Kantonswechsels die Stipendienberechtigung verliert, andererseits soll die Chancengerechtigkeit zwischen den Kantonen erhöht werden. Für diese Zwecke sollen einheitliche Definitionen und Mindeststandards festgelegt werden.

Kosten von 450 000 Franken

Ein Beitritt des Kantons Thurgau hätte nur wenige Änderungen zur Folge. Finanzielle Auswirkungen hätten drei Anpassungen. Die Absolventen von Brückenangeboten wären wieder stipendienberechtigt.

Dies würde jährliche Kosten von rund 300 000 Franken verursachen. Weiter schreibt die Vereinbarung vor, dass der jährliche Höchstansatz für die Tertiärstufe mindestens 16 000 Franken beträgt. Im Thurgau müsste dieser Ansatz um 1000 Franken erhöht werden, was zu Mehrkosten von rund 100 000 Franken pro Jahr führen würde. Schliesslich hält die Vereinbarung fest, dass ein Hochschulstudium, das auf einen anderen höheren Abschluss der Tertiärstufe folgt, zur Erstausbildung zählt und damit stipendienberechtigt ist.

Von dieser Ausweitung der Stipendienberechtigung würden im Thurgau nur ganz wenige Personen profitieren, weshalb dies zu Mehrkosten von weniger als 50 000 Franken pro Jahr führen würde. In der Summe sei der Beitritt mit jährlichen Mehrausgaben von rund 450 000 Franken verbunden. (red.)