Stillleben mit Tiefgang

FRAUENFELD. Mit Ölmalerei hat Maria Apruzzese Pittini ihre Ängste verarbeitet. Übermorgen Donnerstag feiert ihre Ausstellung in der Frauenfelder Galerie Z-Art Vernissage.

Christof Lampart
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Maria Apruzzese Pittini vor zwei ihrer Werke. (Bild: Christof Lampart)

Maria Apruzzese Pittini vor zwei ihrer Werke. (Bild: Christof Lampart)

Die Römerin Maria Apruzzese Pittini kam 1985 der Liebe wegen in die Schweiz, malte aber schon immer – und hat schon sehr früh zur Ölmalerei gefunden. Das Material erlaubt es ihr, «die Bilder lange zu bearbeiten und somit beobachtend und malend zu durchdringen», erklärt sie.

Mehr als nur gefällig

Heute lebt die Künstlerin in Winterthur. Und tatsächlich ist alles, was sie malt, Ausdruck der eigenen Seele. Wer nur Dekoratives bei ihr sucht, wird nicht fündig. Denn ihre Werke – egal, ob es sich um konkrete Stillleben oder impressionistische Landschaften handelt – wirken keineswegs gefällig. Apruzzese Pittinis Bilder schmeicheln dem Betrachter nicht. Vielmehr fordern sie ihn heraus, denn «ich habe in ihnen auch meine Ängste verarbeitet». Man ahnt in den Bildern die Reize, welche die Landschaften an einem schönen Tag ausstrahlen – und sieht sich zugleich mit der unerbittlichen Realität konfrontiert. Eine Realität, die bei den Stillleben der Malerin eine Steigerung erfährt.

Seelenverwandt mit Iranerin

Apruzzese Pittini verleiht banalen Dingen auf der Leinwand – zum Beispiel fünf Äpfeln – eine Stimme. Das Obst ist so arrangiert, dass man als Betrachter weniger daran denkt, lustvoll hineinzubeissen, als der Geschichte der einzelnen Äpfel nachzuspüren. In ihren Arbeiten reflektiert die Winterthurerin Impulse der Gegenwartskunst. Bei der jüngst entstandenen Stillleben-Serie reagiert sie auf Arbeiten der iranischen Fotokünstlerin Shirana Shahbazi, mit der sie sich seelenverwandt fühlt. Nebst der sichtbaren und wunderschön glänzenden Realität der Gegenstände wie Äpfel, Melonen oder Quitten schwingt stets die Vergänglichkeit mit, die den Betrachter in eine Nachdenklichkeit führt.

Vernissage: 26. November, 19 Uhr. Ausstellung bis 13. Dezember. Fr 18 bis 20 Uhr, Sa 16 bis 19 Uhr, So 11 bis 14 Uhr. Galerie Z-Art, Grabenstrasse 26, Frauenfeld.