Stift Höfli wirtet im «Terrasse»

Die gemeinnützige Stiftung expandiert in die Gastronomie: Seit gestern führt sie das Restaurant Terrasse in der Frauenfelder Altstadt. Ab August sollen zwei bis vier Restaurantfachangestellte ausgebildet werden.

Beat W. Hollenstein
Drucken
Stift Höfli übernimmt: Torsten Schenzielorz, Heide Gorsky, Institutionsleiterin, und Josef Räschle. (Bild: Nana do Carmo)

Stift Höfli übernimmt: Torsten Schenzielorz, Heide Gorsky, Institutionsleiterin, und Josef Räschle. (Bild: Nana do Carmo)

Frauenfeld. Am 1. Februar hat das Stift Höfli das Restaurant an der Grabenstrasse 8 in Frauenfeld übernommen. Gestern ist es nach einer Schliessung von vier Tagen wiedereröffnet worden – mit einer kleinen, aber feinen Retusche im Namen: Aus der «Terrasse» wurde «la terrasse». Im Lokal mit 45 Sitzplätzen hat man sich vorerst einzig um eine zurückhaltendere Farbgebung bemüht mit dem Ziel: mehr Café, weniger Bar. Später soll auch das gesamte Mobiliar ausgewechselt werden.

Ein Gastrobetrieb habe seit längerem auf der Wunschliste der gemeinnützigen Stiftung gestanden, sagte deren Gründer und Präsident, Josef Räschle. Ursprünglich habe man die Lokalität neben dem stiftungseigenen Blumenladen an der Grabenstrasse ins Auge gefasst. Doch als sich die Chance auf der anderen Strassenseite auftat, wurde nicht lange gefackelt. Vereinfacht wurde die Sache insofern, als Josef Räschle Mitbesitzer der Liegenschaft ist.

Als Treffpunkt etabliert

Bisher war die «Terrasse» im Besitz von Mario Sacchetti, Generalsekretär im kantonalen Departement für Bau und Umwelt und Hobbysänger mit Reibeisenstimme; seine Lebenspartnerin Andrea Ressel wirkte als Geschäftsführerin. «Anfänglich war's harte Knochenarbeit», sagte der Quereinsteiger. Doch jetzt habe sich das Lokal als Treffpunkt für ein urbanes Publikum etabliert. Nach vier Jahren wollte das Paar eine Verschnaufpause einlegen. Ausschlaggebend für den Ausstieg waren letztlich die gesundheitlichen Probleme Andrea Ressels.

Mit der Übernahme eines Gastrobetriebes ist das Stift Höfli in der Lage, auch in diesem Bereich eine Berufsausbildung für junge Menschen mit einer Lernbehinderung anzubieten. Ab August sollen zwei bis vier Restaurantfachangestellte ausgebildet werden. In den nächsten Wochen werden Schnupperstifte auf ihre Eignung hin getestet. Betreut werden sie von Geschäftsführer Torsten Schenzielorz.

Kein Neuling in der Branche: Früher war er unter anderem Lehrbeauftragter an der Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich.

Erklärtes Ziel des Stifts Höfli ist es auch, Synergien mit den übrigen Betrieben zu nutzen: Die angehenden Floristinnen werden im «la terrasse» für den Blumenschmuck besorgt sein, die Hauswirtschafterinnen kümmern sich um die Wäsche, die Konditoren und Confiseurinnen um Dessert und Apéro-Gebäck, und die Köche in der Oberstammheimer Betriebsküche erhalten Gelegenheit, die A-la-carte-Küche kennen zu lernen.

Preislich will man sich im Rahmen der Vorgänger bewegen, mit einer Mittag- und Abendkarte. Die Öffnungszeiten bleiben wie bisher: von 9 bis 24 Uhr.

Aktuelle Nachrichten