Steuerzahler um 380 Millionen Franken entlastet

Ohne Bussen nahm der Thurgau im letzten Jahr 528,3 Millionen Franken an Staatssteuern ein – 10 Millionen Franken weniger als 2010. Aufhorchen lässt aber eine andere Zahl.

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Ohne Bussen nahm der Thurgau im letzten Jahr 528,3 Millionen Franken an Staatssteuern ein – 10 Millionen Franken weniger als 2010. Aufhorchen lässt aber eine andere Zahl. Ohne die Steuerentlastungen der letzten neun Jahre hätte der Kanton im letzten Jahr 666 Millionen Franken an Staatssteuern verbuchen können. Die Differenz macht fast 140 Millionen Franken aus. Nicht ganz so gross ist die Differenz in den Vorjahren (siehe Grafik).

Regierungsrat Bernhard Koch geht davon aus, dass Regierung und Grosser Rat die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in den letzten neun Jahren um über 380 Millionen Franken entlasten konnten. Die Steuereinnahmen stiegen seit 2003 dennoch um 2,5 Prozent. Einerseits, weil die Löhne und Einkommen zunahmen, so Koch. Anderseits, weil es mehr Steuerzahler gab. Ihre Zahl stieg von 136 556 im Jahr 2003 auf 158 626 im letzten Jahr, nicht zuletzt dank der Neuzuzüge aus Deutschland und anderen Kantonen. Die Zahl der juristischen Personen, also der grösseren Firmen, die im Thurgau Steuern zahlen, wuchs ebenfalls – von 8274 vor neun Jahren auf 11 545. Diese Zunahme um fast 40 Prozent zeige, dass die Ansiedlungspolitik des Kantons Wirkung habe, sagt Koch. Er verteidigt auch die offensive Steuersenkungs-Politik: Der Kanton habe neue Steuerzahler gewinnen und ein grosses Eigenkapital bilden können. «Es ist richtig, dass wir nicht zu viele Steuern auf Vorrat einzogen.» Der Kanton sei keine Bank. (hal)