Steuerfuss bleibt, Gebühren steigen

Ob für Einbürgerung oder Baubewilligung: Die Gebühren in Hüttwilen gehörten weitherum zu den tiefsten, waren aber nicht mehr kostendeckend. Deshalb sagte die Gemeindeversammlung am Montag diskussionslos Ja zu einer Erhöhung.

Mathias Frei
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Alle offenen Abstimmungen an der Hüttwiler Gemeindeversammlung gingen einstimmig über die Bühne. (Bild: Mathias Frei)

Alle offenen Abstimmungen an der Hüttwiler Gemeindeversammlung gingen einstimmig über die Bühne. (Bild: Mathias Frei)

NUSSBAUMEN. In Politisch-Hüttwilen ist der Gemeinderat für die neue Legislatur zwar schon gewählt. Die umfangreiche Gebührenerhöhung hat aber noch die alte Behörde durchgebracht. «Es war mir wichtig, die neue Behörde nicht damit belasten zu müssen», erklärt der abtretende Gemeindeammann Walter Schmid. Ein belastendes Moment stellen die Tariferhöhungen in der Gebührenordnung für die Verwaltung und für das Bauwesen dann aber nicht dar. Die hundert Stimmberechtigten winken die höheren Tarife am Montagabend schliesslich diskussionslos und einstimmig durch.

Mehrkosten wegen Einsprachen

Laut Gemeindeschreiber Daniel Meier gehörten die Hüttwiler Gebühren bislang weitherum zu den tiefsten. «Und sie waren nicht mehr kostendeckend», wie Gemeinderat Emil Zingg, zuständig für das Bauwesen, festhält. «Mit der Erhöhung tragen wir der heutigen Realität Rechnung.» Der Aufwand im Bauwesen steige kontinuierlich, hervorgerufen etwa durch juristische Beratung bei Einspracheverfahren, sagt Zingg. Der Gemeinderat erhält für Baubewilligungen nun den nötigen Spielraum. So kostet ein Gesuch für eine Bausumme über 1,5 Millionen Franken neu zwischen 2000 und 8000 Franken.

Ja zu neuer Stromversorgung

Auch beim Kreditantrag über 225 000 Franken für die Erneuerung der Stromversorgung im Kawazen-Quartier in Hüttwilen gibt es keine Gegenstimmen. An der Budgetgemeinde vor einem Jahr sprachen die Stimmberechtigten schon 170 000 Franken für eine neue Wasserleitung im Kawazen. «Es ist sinnvoll, die Arbeiten an der Wasserversorgung und am Stromnetz zu kombinieren», erklärt der zuständige Gemeinderat Dino Giuliani. In diesem Quartier sind die Bauten ohne Verteilung und Absicherung direkt am Haupt-Stromnetz angeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls der Verkabelungen sei gross. Und dann sei ein ganzes Quartier abgeschnitten. Zentral für die Versorgungssicherheit sind nun nebst der Neuverkabelung zwei neue Verteilkabinen.

Weiterhin hohes Eigenkapital

Hüttwilen rechnet für 2015 mit einem Minus von 123 000 Franken, dies bei einem Aufwand von 6,03 Millionen Franken. Unter anderem soll das Pensum des Gemeindepräsidiums ab der neuen Legislatur erhöht werden, von heute etwa 30 auf 60 bis 80 Stellenprozente. Auch im Bauwesen ist mit Mehrausgaben bei den Honoraren zu rechnen. Bislang war der abtretende Gemeinderat und Baufachmann Zingg um die Baubewilligungen besorgt. «Aber so günstig wie bisher gibt's das nicht mehr», stellt der für die Finanzen zuständige Vize-Gemeindeammann Heinz Geisser fest. Gleichwohl könne man bei einem Eigenkapital von 1,78 Millionen Franken ruhigen Gewissens den Steuerfuss weiterhin bei 50 Prozent belassen, erläutert Geisser. Die Investitionen für das laufende Jahr seien dafür bewusst tief gehalten. Erst vergangenen Sommer wurde das 2,45 Millionen Franken schwere Infrastrukturprojekt Uerschhausen abgeschlossen. Am Ende gibt es bei den Finanzen keine Überraschungen: Das Budget und der Steuerfuss gehen einstimmig durch.

Ebenfalls fast ohne Gegenstimmen werden die traktandierten Bürgerrechtsgesuche genehmigt – einerseits eine Deutsche und ihre volljährige Tochter, andererseits ein Niederländer und seine beiden minderjährigen Söhne.

Walter Schmid Gemeindeammann Hüttwilen (Bild: Reto Martin)

Walter Schmid Gemeindeammann Hüttwilen (Bild: Reto Martin)

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