STETTFURT: Mehr Klarheit im Herzstück

Die Schulbehörde will der Politischen Gemeinde im Dorfkern Land verkaufen. Darüber entscheiden die Stimmbürger beider Behörden noch heuer. Der Kaufpreis liegt bei 765000 Franken.

Samuel Koch
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Samuel Koch

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@thurgauerzeitung.ch

Für den Stimmbürger ändert sich fast nichts, und doch werden Herr und Frau Stettfurter Ende November gebeten, den Stimmzettel auszufüllen und ihn in die Urne zu werfen. Ebenso muss die Schulbehörde Mitte Dezember einer definitiven Entflechtung der Eigentumsverhältnisse rund um Schulareal und Gemeindezentrum im Dorfkern zustimmen. Bei den Begehren geht es in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen um ein und denselben Kredit in Höhe von 765000 Franken.

Die beiden Behördenvorsteher, sowohl Thomas Gamper als Gemeindepräsident als auch Roland Keller als Präsident der Primarschulgemeinde, sind sich einig, dass die mögliche Änderung nur Vorteile bringt. Sie zeigen sich zuversichtlich, dass der Souverän zweimal ihren Empfehlungen folgt. «Eigentlich fliesst das Geld ja einfach von einem Steuersack in den anderen», sagt Thomas Gamper. Das Ziel sei, einfache und klare Eigentumsverhältnisse zu schaffen sowie die Frage der Verantwortung und des Unterhalts zu klären. Die Nutzung der Bevölkerung im Herzstück der Gemeinde soll sich überhaupt nicht ändern.

Land unter Schulbau soll Schulgemeinde gehören

Aktuell gehört die Mehrzweckhalle zu zwei Dritteln der Schulgemeinde. Die beiden Schulhäuser stehen auf Land, das vollumfänglich ihr gehört. Andererseits ist die Politische Gemeinde im Besitz der Parzelle mit dem grössten Teil des Spielplatzes (siehe Karte links). Im Status quo bliebe das Land, worauf die Schulraumerweiterung für 4,25 Millionen Franken zu stehen kommt, in gemeinsamem Besitz. «Deshalb suchen wir jetzt eine Lösung», sagt Schulpräsident Roland Keller.

Sollte bei den Abstimmungen zweimal ein Ja resultieren, stehen die Schulbauten und das Gemeindezentrum vollumfänglich im Inventar der Schulgemeinde. Die Aussen- und Grünanlagen hingegen gehörten dann zum Eigentum der Politischen Gemeinde (siehe Karte rechts). «Die jeweiligen Eigentümerinnen wären dann für den Unterhalt der jeweiligen Gebäude und Anlagen verantwortlich», präzisiert Thomas Gamper. Diesbezüglich soll kein Geld zwischen den Behörden hin und her fliessen. Die ­Vereine wiederum erhalten ein unentgeltliches Nutzungsrecht am Gemeindezentrum und die Schulkinder im Gegenzug ein solches für die Aussen-, Sport- und Freizeitanlagen. Der Kaufpreis von 765 000 Franken wurde in Absprache auf 150 Franken pro Quadratmeter festgelegt. «Die restlichen Kosten würden hälftig geteilt werden», meint Keller. Geht alles nach Plan der Behörden, würden sie nach vollendeter Schulraumerweiterung einen Kaufvertrag aufsetzen. «Der Bau dürfte auf das Schuljahr 2018/19 fertiggestellt sein», meint Keller. Ende August legte die Behörde den Grundstein, und die Bauarbeiten verlaufen laut Keller nach Plan. Mitt­lerweile seien zwei Drittel des Bauvolumens vergeben und die Kosten würden sich innerhalb des geplanten Rahmens bewegen. Mit einem allfälligen Kaufvertrag erhielte die Schulgemeinde flüssige Mittel, die wiederum ins Bauprojekt einfliessen. «Die Pläne für die Entflechtung sind bereits vor der Abstimmung zur Schulraumerweiterung entstanden», sagt Keller.

Über die Abstimmungen hinaus informiert die Politische Gemeinde noch in diesem Jahr zum Thema Dorfentwicklung. «Das Zentrum soll attraktiv bleiben», sagt Thomas Gamper. «Über die Zukunft unseres Schmucktrücklis sind wir uns sicher alle einig.»