STETTFURT: Ein Amt, drei Frauen

Für den freien Sitz im Gemeinderat stellen sich drei Kandidatinnen zur Verfügung. Eine Fusion ihres «Traumwohnortes» mit einer Nachbargemeinde ist für keine ein Thema.

Christof Lampart
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Iris Amrein, Anne-Cécile Schmid-Wismer und Marisa Keller wollen in den Gemeinderat. (Bild: Christof Lampart)

Iris Amrein, Anne-Cécile Schmid-Wismer und Marisa Keller wollen in den Gemeinderat. (Bild: Christof Lampart)

Christof Lampart

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Iris Amrein, Marisa Keller und Anne-Cécile Schmid-Wismer, so heissen die allesamt parteilosen Kandidatinnen. Sie nutzten die Einladung des Gemeindevereins Stettfurt, um sich im Tscharnerhaus vor über 30 Frauen und Männern näher vorzustellen. Zwar sind alle drei im Dorf aufgrund langjähriger sozialer Engagements ziemlich bekannt – doch bekleidete bis anhin niemand aus dem Trio ein politisches Amt.

Den Wunsch des Präsidenten erhört

Dennoch einte alle die Ausgangslage, denn sie alle fühlten sich von der 1. August-Ansprache des Stettfurter Gemeindepräsidenten, Thomas Gamper, angesprochen, der sich eine Frau in den Stettfurter Gemeinderat gewünscht hatte. Wie es sich sowohl in der Vorstellungs- als auch in der anschliessenden Fragerunde zeigte, sind alle drei Frauen voll motiviert, das Amt als Gemeinderätin auszufüllen. Das Trio bezeichnete Stettfurt als ihr Traumwohnort, an dem sie verwurzelt seien und mindestens zwei Amtsperioden als Gemeinderätin tätig sein wollten, sollte sie der Souverän am 26. November in die kommunale Exekutive wählen. Es geht um den Ersatz von Markus Bürgi, der neuer Gemeindepräsident wird.

Sowohl die beiden in Stettfurt aufgewachsenen Anne-Cécile Schmid-Wismer und Marisa Keller wie auch die gebürtige Deutsche Iris Amrein, die sich binnen weniger Jahre bestens im Ort eingelebt und integriert hat, erklärten, zwar gewisse Ressortvorlieben zu haben, sich jedoch für jedes Amt gewappnet zu fühlen: «Ich gehe davon aus, dass es die Technischen Betriebe sein könnten. Ich finde das Thema interessant und könnte mich dort einbringen». Keller erklärte, dass sie sich bei den Finanzen am wohlsten fühlen würde, und Schmid-Wismer sagte: «Ich könnte mich sicherlich überall einarbeiten, aber das Bauamt wäre wohl ein bisschen schwieriger.»

Sensibilisierung der Bewohner ist wichtig

Gefragt, was sie am liebsten in Stettfurt verändern würden, fiel den drei Frauen jedoch herzlich wenig ein – abgesehen davon, dass die Müllabfuhrzeiten flexibler gestaltet werden sollten. Auch wurde die Notwendigkeit von Alterswohnungen erwähnt. Denn nur wenn solche vorhanden seien, würden viele Ältere aus ihren Häusern ausziehen und somit Platz für junge Familien machen.

Einig waren sich alle darin, dass Stettfurt weder jetzt noch später mit den Nachbardörfern Thundorf oder Matzingen fusionieren sollte. Vielmehr gelte es, den lebenswerten Charakter der Gemeinde aufrechtzuerhalten. Dazu gehöre, dass man den Gemeinsinn stärke, indem man die vorhandenen Angebote im Dorf nutze und die Arbeit von Vereinen und Institutionen aktiv wertschätze, indem man ihre Veranstaltungen besuche. Da viele Stettfurter heute auswärts arbeiteten, sei es wichtig, dass man sie immer wieder für die dörflichen Belange sensibilisiere.

Sollte im ersten Wahlgang bei den abgegebenen Stimmen keine der drei Kandidatinnen die absolute Mehrheit auf sich vereinigen, so kommt es am 17. Dezember zur Stichwahl. Dies gab Gemeindepräsident Thomas Gamper bekannt.