STETTFURT: Die Häsli sind weg

Corina R. aus Stettfurt ist entsetzt, ihre drei Kinder sind traurig. Sie können nicht verstehen, dass die vier Zwerghasen und die vier Schildkröten nicht mehr da sind. Dabei soll es kein Einzelfall sein.

Kurt Lichtensteiger
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Alessandro und Shania vor dem verwaisten Hasenstall und dem leeren Schildkrötengehäuse im Hintergrund. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

Alessandro und Shania vor dem verwaisten Hasenstall und dem leeren Schildkrötengehäuse im Hintergrund. (Bild: Kurt Lichtensteiger)

STETTFURT. Beim Einnachten war es für Corina R. in Stettfurt eine Gewohnheit, ihre Zwerghasen und griechischen Landschildkröten in ihren Ställen einzuschliessen. Doch am Auffahrtstag, als sie morgens die vier Zwerghasen im umzäunten Gehege frei umher hoppeln lassen wollte, war die verriegelte Türe des Hasenstalls offen und von den niedlichen Kaninchen nichts mehr zu sehen.

Dem Ungemach nicht genug: Am darauffolgenden Sonntagmorgen war auch das Türchen des Schildkrötenstalls offen. Von den fünf gehaltenen Schildkröten war nur noch eine übrig. Die restlichen vier griechischen Landschildkröten im Alter zwischen 10 und 20 Jahren, die immerhin einen Anschaffungspreis je gegen die 400 Franken haben, waren ebenfalls nirgends aufzufinden.

Die Fälle mehren sich

Die Stettfurterin kann sich keinen Reim auf das rätselhafte Verschwinden machen. «Handelt es sich um einen schlechten Bubenstreich? Sind die Tiere in der Pfanne gelandet? Dass uns jemand leidwerken will, kann ich mir in unserem friedliebenden 1000-Seelen-Dorf auch nicht vorstellen», sagt die Mutter dreier Kinder. Sie sind es offensichtlich, die unter dem Verlust am meisten zu leiden haben. Deshalb hat die junge Frau alles unternommen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Sie hoffte, mit einem Aushang im Volg das Geschehen bekanntzumachen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Zudem erkundigte sie sich bei der Tierschutzstelle in Frauenfeld, ob Meldungen eingegangen seien. Eher beunruhigend war darauf die Aussage einer Dorfbewohnerin, dass auch ihr wenige Wochen zuvor drei Hasen abhanden gekommen seien. Und eine Nachbarin, die gleichfalls eine Schildkröte hielt, vermisst diese seit Tagen. Damit nicht genug: Unmittelbar nach dem Gespräch mit der Thurgauer Zeitung hat eine weitere Nachbarin das rätselhafte Verschwinden dreier Hühner gemeldet.

Polizei nicht eingeschaltet

Bei der Häufung kann es sich in der Tat wohl kaum um einen Zufall handeln. «Ist etwa ein Tierhasser am Werk? Oder geht es dabei um Nahrungsmittelbeschaffung?», fragt sich die Stettfurter Familie. Eine polizeiliche Anzeige sei bis anhin nicht gemacht worden. Die Kantonspolizei Thurgau rät jedoch zu einer Meldung an den örtlichen Polizeiposten. «Es wäre sinnvoll, da ein Informationsaustausch mit Tiermeldezentralen, Tierschutzvereinen und der Kantonspolizei Thurgau stattfindet», sagt Mediensprecher Daniel Metzler. Gefundene Tiere könnten so schnell wieder mit den Besitzern zusammengebracht werden. Bei einer Meldung werden die Betroffenen auch beraten. «Wenn sich der Verdacht auf Diebstahl erhärtet, leiten wir natürlich Ermittlungen ein.»