STERNENBERG: «So leicht geben wir nicht auf»

In der Nacht auf Montag ist das Restaurant Sternen vollständig ausgebrannt. Der Sachschaden wird auf 1,5 Millionen Franken geschätzt. Die Ursache des Feuers ist noch nicht bekannt.

Simon Roth
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Simon Roth

simon.roth@thurgauerzeitung.ch

Seit 21 Jahren wirtet Marianne Brühwiler-Rüegg im «Sternen» in der Zürcher Gemeinde Bauma, gleich an der Grenze zu Fischingen. Der Anruf der Feuerwehr hat sie und ihre Tochter jäh aus den Ferien zurückgeholt.

«Es ist immer noch unfassbar, was passiert ist», sagt die Wirtin gegenüber unserer Zeitung am Telefon. Die Nacht von Sonntag auf Montag hat sie unruhig verbracht. Das Herzklopfen liess sie kaum ruhen.

Wirtshausschild konnte gerettet werden

Obschon sie gestern vor Ort gewesen ist, scheint der Schaden noch immer unwirklich. «Wenigstens konnten wir das Wirtshausschild retten», sagt Brühwiler-Rüegg. Darauf ist das Sternenberger Wappen zu sehen. Vor zwei Jahren war Sternenberg noch eine eigenständige politische Gemeinde. Die Tür mit dem Holzwappen und dem Eisengitter – ein Stück Geschichte.

Die Wirtin bewohnte mit ihrer Tochter den obersten Stock des Gebäudes, das unter Denkmalschutz stand. «Ich bin froh, nicht dort gewesen zu sein, als das Feuer ausgebrochen ist. Wer weiss, was dann passiert wäre», sagt sie. Obwohl sie von Glück im Unglück spricht, haben die Flammen alles verschlungen: Antike Bilder und auch die traditionsreiche 200-jährige «Buure-Stube» sind ihnen zum Opfer gefallen. Jetzt finden Mutter und Tochter Unterschlupf bei Marianne Brühwiler-Rüeggs Eltern, die oft im Betrieb mitgeholfen haben. Unterstützend wirken auch die zahlreichen Anrufer, welche der Wirtin ihr Beileid aussprechen.

Nebengebäude als mögliche Übergangslösung

Besonders bedrückt Marianne Brühwiler-Rüegg die Situation ihrer Mitarbeiter. Sie will den insgesamt ­­13 Angestellten weiterhin eine Beschäftigung bieten.

Auch die Lage der Lehrlinge ist noch unsicher. Deshalb hat sie sich gestern mit der Belegschaft getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. «Wir prüfen momentan die Möglichkeit, den Betrieb im Nebengebäude als Übergangslösung weiterzuführen», erklärt Brühwiler-Rüegg. «Jetzt geben wir Vollgas», sagt die Wirtin kämpferisch. «So leicht geben wir nicht auf.»