STEINEBRUNN: 1850 Tonnen Erdbeeren erwartet

Der Verein Thurgauer Beerenpflanzer hat gestern seinen neuen Marktauftritt präsentiert und auf die kommende Saison geblickt: Trotz Spätfrost erwarten die Experten ein gutes Erntejahr für Erdbeeren und Strauchbeeren.

Trudi Krieg
Merken
Drucken
Teilen
Philipp Engel, Präsident des Vereins Thurgauer Beerenpflanzer. (Bild: Trudi Krieg)

Philipp Engel, Präsident des Vereins Thurgauer Beerenpflanzer. (Bild: Trudi Krieg)

STEINEBRUNN. Der Löwe ist weggefallen. Die Beeren auch. Geblieben ist der Schriftzug «Thurgauer Beeren». Die Farben sind Grün und Rot – wie die Kelchblätter der Erdbeere und die Beere selbst. So sieht das neue Logo der Thurgauer Beerenproduzenten aus. Matthias Müller, Vorstandsmitglied des Vereins Thurgauer Beerenpflanzer (VTB), erklärte gestern auf seinem Sonnenhof in Steinebrunn während der Vorernteversammlung, wie der Vorstand das neue Logo entwickelt hat. Das neue Logo soll sich den Konsumenten einprägen. Ab sofort ist es deshalb auf allen Erdbeerkartons, Plakaten, Flyern, Rollups und auf der Homepage ersichtlich.

Pflücker pflücken von Hand

VTB-Präsident Philipp Engel ging an der Präsentation kurz auf die Vereinsgeschichte und den Wandel der Landwirtschaft ein. Neben den top eingerichteten Betrieben wie dem Sonnenhof mit dem 9000 Quadratmeter grossen Doppelgebefoliengewächshaus für Erdbeeren gebe es noch viele Betriebe, die im risikoreicheren, aber kostengünstigeren konventionellen Freilandanbau Beeren produzieren. Und immer noch würden Beeren einzeln von Hand gepflückt – wie vor 50 Jahren: «Die Pflückerinnen und Pflücker müssen wissen, welche Beeren pflückreif sind und wie man sie schonend pflückt.»

Schäden wegen Frost

Florian Sandrini, Berater für Beerenbau und Betriebswirtschaft am Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, berichtete über die Ernteaussichten für das Jahr 2016. Beim traditionellen 1.-Mai-Rundgang zur Einschätzung der Ernte seien 75 Hektaren beziehungsweise 60 Prozent aller Erdbeerkulturen im Thurgau besichtigt worden. Wegen des Spätfrosts seien bei den Freilandkulturen Schäden entstanden. Die Ernteaussichten sind dennoch gut. Er erwartet 1850 Tonnen Thurgauer Erdbeeren. Dabei könne man den Zeitpunkt der Ernte gut voraussagen, damit Händler und Grossverteiler ihre Aktionen planen können. Die Stärke der Regionalität sei, dass man die Erdbeeren an der Pflanze voll ausreifen lassen könne. Spätestens 24 Stunden nach der Ernte sollten die aromatischen Früchte im Verkauf sein.

Die Ernteschätzung bei den Strauchbeeren beträgt etwa 800 Tonnen, davon 300 Tonnen Himbeeren, 160 Tonnen Heidelbeeren, 100 Tonnen Brombeeren, 110 Tonnen Johannisbeeren und 35 Tonnen Stachelbeeren.