STEIN AM RHEIN: Spontane Heimweh-Thurgauerin

Die in Deutschland lebende Künstlerin Esther Wenger zeigt ihre Werke zum zweiten Mal in der Falkengalerie. Die Ausstellung dauert noch bis Ende März, wo sie täglich ein weiteres Werk malt.

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Esther Wenger drückt ihre Leidenschaft «Tango Argentino» in einer Hommage an das Instrument Bandoneon aus. (Bild: Ernst Hunkeler)

Esther Wenger drückt ihre Leidenschaft «Tango Argentino» in einer Hommage an das Instrument Bandoneon aus. (Bild: Ernst Hunkeler)

Esther Wenger ist in Kreuzlingen aufgewachsen, und hat – obwohl sie seit 1979 bei Stockach lebt – noch enge Beziehungen in den Thurgau. Schon bei ihrer ersten Ausstellung in der Steiner Falkengalerie im Jahr 2015 pilgerten (Schul-)Freunde und Verwandte zuhauf nach Stein, um zu sehen, was die Heimweh-Thurgauerin zu präsentieren hatte. Und wie sie und ihr Schaffen sich seit ihrer allerersten Ausstellung mit der «Frauengruppe 91» in Weinfelden 1991 verändert haben.

Seit jener Premiere hat die längst international begehrte Künstlerin über 50 Ausstellungen im In- und im Ausland bestritten, und ihre Werke kommen auch in Stein bestens an.

Abgeschaut bei namhaften Künstlern

Diesmal präsentiert sie ältere wie auch ganz neue Bilder, was interessante Einblicke in verschiedene Schaffenszyklen der Malerin erlaubt, die – nachdem sie erst spät auf ihr Hobby gestossen war – in den Jahren 1986 bis 2000 zahlreiche Kurse bei namhaften Künstlern belegte. Diese Schaffenszeit ist etwa mit Maria Stuart und Königin Elisabeth I. in Lebensgrösse sowie fast schon fotorealistischen Bildern von Stillleben mit Früchten oder Blumen vertreten. Aus dem Jahr 2001, in dem sie jeden Tag ein kleines Bild zu ihrer Leidenschaft «Tango Argentino» gemalt hat, ist die damalige Tafel vom Monat März ausgestellt. Längst nicht mehr vollständig zwar, aber doch noch mit einigen der gemalten Hommagen an die Musik, zu der sie jedes Jahr mindestens einmal in der Argentinischen Hauptstadt Buenos Aires tanzt.

Ein ähnliches Projekt hat sie sich für den jetzigen Ausstellungsmonat zurechtgelegt: Sie nutzt jeden Tag, den sie in der Galerie verbringen kann, um ein Bild im Format 20 auf 20 Zentimeter zu malen. Das erste entstand schon am 1. März unter dem Titel «Kraftprobe» und tendiert wie (fast) alle Bilder in jüngerer Zeit deutlich in Richtung Abstraktion. So wie die grossformatigeren Werke, in denen Esther Wenger zwar nach wie vor der teils streng geometrischen Raum- und Farbaufteilung huldigt, in denen aber meist recht offensichtlich auch Landschaften, Küsten oder Stadtsilhouetten zu erkennen sind. Es sind persönliche Stimmungen, welche die Malerin in Acryl oder Mischtechnik umsetzt, wobei sie dazu selber sagt: «Das Bildthema ist für mich eine Leitlinie, und über das Thema (Ideen, Gedanken, Notizen) komme ich zur Farbe und dann im Malprozess zur Form.» Und: «Zu meinen Themen komme ich meist durch Gespräche mit meinen Mitmenschen.» In manchen Fällen geht sie so weit, dass sie das Bild in akkuraten Buchstaben mit dem Titel beschriftet.

Ernst Hunkeler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Hinweis

Die Ausstellung der Esther-Wenger-Malerei in der Falkengalerie ist noch bis 26. März offen, Mo-Fr 13 bis 17 Uhr, Sa-So 11 bis 17 Uhr.