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STECKBRIEFSTECKBRIEF: Chef über 176 WC-Schüsseln

Mini Büez

Als Wasserverantwortlicher am Open Air Frauenfeld sorge ich mit meinem Team dafür, dass es überall, wo es Wasser braucht auch Wasser hat. Als Sanitär kenne ich die Aufgaben aus meinem Beruf, am Open Air ist aber alles viel grösser. Es ist fast wie in einer kleinen Stadt. Insgesamt verlege ich sieben Kilometer Wasserschläuche über das ganze Gelände. Die Herausforderung dabei ist, die Leitungen so zu verlegen, dass sie den Festivalbesuchern nicht in die Quere kommen. Das wäre gefährlich. Oft vergraben wir die Leitungen im Boden. Nach dem Open Air nehmen wir natürlich alles wieder raus.

Es hat 8 Duschcontainer und 11 WC-Container mit jeweils 16 WCs. Die Besucher wollen immer mehr Luxus, das merkt man an der Anzahl der Container. Früher waren es weniger. Dieses Jahr haben wir neu auch fünf Heizzentralen. Vergangenes Jahr waren es noch zwei. Damit ist garantiert, dass alle warm duschen können, denn ich habe auf dem ganzen Gelände nur kaltes Wasser zur Verfügung. Wenn es nächstes Wochenende sehr heiss ist, duschen die Besucher aber sowieso lieber mit kaltem Wasser.

Das Installieren der Heizzentrale ist die zeitintensivste Arbeit. Für die Installation einer Heizzentrale brauche ich etwa einen Tag. Der Wasserverbrauch während dieser vier Tage ist mit 4500 Kubik Wasser sehr hoch. Damit die Festivalbesucher überall Zugang zu Trinkwasser haben, gibt es auf dem ganzen Gelände über 100 Wasserstellen. Gerade an heissen Tagen ist das wichtig. Auf dem Campingplatz werden die Wasserhähne auch mal abmontiert und aufgehängt und als Dusche benutzt. Obwohl es auch noch Duschzelte gibt. Aber die Leute sind erfinderisch. Da braucht es auch etwas Toleranz, Hauptsache es geht nichts kaputt.

Insgesamt bin ich während vier Wochen hier zu 100 Prozent am Arbeiten. Drei Wochen für den Aufbau und etwa eine Woche für den Abbau. Jedes Jahr studiere ich zuerst den Plan, um mir eine Übersicht zu verschaffen, wo es überall Wasserleitungen benötigt. Dann muss ich das Material bestellen und organisieren. Die strengste Zeit sind für mich die zwei Tage vor Festivalbeginn. Dann kommen die Essensstände. Man kann nie wissen, wie viele einen Wasseranschluss benötigen. Da könnte ich an zehn Orten gleichzeitig sein, das ist schon stressig.

Ich arbeite seit acht Jahren am Open Air, seit drei Jahren bin ich Chef der Wasserversorgung. Damit ich die vier Wochen hier sein kann, nehme ich Ferien und ziehe Überzeit ein. Ich werde es aber noch so lange wie möglich machen. Das Team ist wie eine kleine Familie. Ausserdem ist es eine tolle Abwechslung. Und ich lerne auch immer wieder etwas Neues dazu, das mich auch im Beruf weiterbringt. Im VIP-Bereich muss die Einrichtung nicht nur funktional, sondern auch gut aussehen. Die WCs und Duschen sind komfortabler als auf dem restlichen Gelände.

Während des Open Airs ist immer jemand von meinem Team auf dem Platz. Wenn was passiert, sind wir dann schnell zur Stelle. Vergangenes Jahr bekam ich ein Telefon, dass die Wasserleitungen beim Zeltplatz kaputt seien. Als ich vor Ort war, habe ich bemerkt, dass wir vergessen haben, die Bewässerungsanlage der Pferderennbahn abzustellen. Es war also kein Rohrbruch. Die Leute haben aber überall schon Kübel hingestellt, um das Wasser aufzuhalten.

Notiert: Sabrina Bächi

Name Roger Gisler

Beruf Open Air-Helfer

Alter23

Wohnort Warth

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