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STECKBRIEF: «Vielleicht sehe ich die Hockeyschüler mal beim HC Thurgau»

Mini Büez
Larissa Flammer

Wir Eismeister arbeiten in der Güttingersreuti in Weinfelden in zwei Schichten. Von 7 bis 23 Uhr sind während der Saison Leute auf dem Eis. Bis in den Nachmittag hinein ist die Halle offen für den öffentlichen Eislauf. Da kommen auch viele Schulklassen. Nach 16 Uhr beginnen dann die Trainings der verschiedenen Mannschaften. Zuerst die ganz Kleinen. Je später es wird, desto älter sind die Spieler.

Ich bin Eishockeyfan. Deshalb arbeitete ich hier. Selber spiele ich aber nur zum Plausch. Besonders angetan hat es mir natürlich der HC Thurgau. Wenn ich nicht arbeiten muss, stehe ich während der Spiele auf den Rängen. Seit langem habe ich jeweils das Saisonabo – jetzt brauche ich allerdings gar keines mehr. Ich sehe die Heimspiele sowieso.

Seit einem Jahr arbeite ich jetzt als Eismeister. Der Beruf heisst eigentlich Sportwart mit Schwerpunkt Eishalle. In der Güttingersreuti gibt es auch Sportwarte mit Schwerpunkt Grünfläche. Wir helfen einander aber aus und arbeiten mal hier, mal dort. Gelernt habe ich Schreiner und dann auch zehn Jahre lang auf dem Beruf gearbeitet. Danach wollte ich mal was Neues machen und bin als Quereinsteiger in die Weinfelder Eishalle gekommen. Das meiste hier war «learning by doing». Mittlerweile baut der Verband, dem die Kunsteisbahnen der Schweiz angehören, eine Ausbildung zum Eismeister auf. Diese soll als zweite Berufslehre in fünf Modulen absolviert werden können. Vor allem Technik und Erste Hilfe werden dort gelehrt.

Meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. Ich bin einerseits für die Pflege und Reinigung der gesamten Anlage zuständig – also auch für die Garderoben und WC. Zudem schleife ich zum Beispiel auch Schlittschuhe. Andererseits bin ich vor allem für das Eis verantwortlich. Das geht entgegen vieler Gerüchte ganz ohne Chemie. Normales Trinkwasser wird während einer Woche Lage für Lage auf einer gekühlten Betonplatte gefroren. Zwischen den Lagen wird noch die Werbung eingelegt, die man auf der Eisfläche sieht.

Am spannendsten finde ich die Arbeit mit der Eismaschine. Damit hobeln wir jedes Mal 0,6 Millimeter des Eises weg und hinterlassen gleichzeitig eine neue, dünne Schicht Wasser, die wieder anfriert. Auf dem Eis sieht man riesige Unterschiede bei der Fahrweise der Leute. Die Profieishockeyspieler ziehen bei engen Kurven extrem tiefe Rillen ins Eis. Hobbyspieler fahren meist weitere Kurven und nutzen das Eis nicht so ab. Zum Glück lässt sich das bei uns besser flicken als auf einem Fussballrasen.

Während des öffentlichen Eislaufens wäre ich auch für die medizinische Erstversorgung zuständig. Ich wüsste, was zu tun ist. Zum Glück ist aber während meiner Schicht bisher nie etwas passiert. Ein Eismeister muss ein Allrounder sein. Er muss etwas von Technik verstehen, handwerklich nicht zwei linke Hände haben und kontaktfreudig mit den verschiedenen Menschen, die hierherkommen, umgehen können. In der Hockeyschule sieht man die Fortschritte schon nach einer Saison. Im Oktober können die Kleinen noch kaum auf dem Eis stehen und im März flitzen sie schon hin und her. Ich sehe ihre ersten Versuche auf dem Eis, und wer weiss: Vielleicht sehe ich genau die mal für den HC Thurgau spielen.

Notiert: Larissa Flammer

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