STECKBORN: Viel Energie um Minergie

Die CVP Bezirk Frauenfeld hat am Dienstagabend nebst dem ordentlichen Geschäft über ihre Strategie informiert. Zudem organisierte sie ein Podium zur Energiezukunft des Kantons Thurgau.

Margrith Pfister-Kübler
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Paul Rutishauser, Stefan Birchler, Bezirkspräsident Stefan Geiges, Vizepräsidentin Marlise Bänziger, Markus Schefer und Thomas Lang. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Paul Rutishauser, Stefan Birchler, Bezirkspräsident Stefan Geiges, Vizepräsidentin Marlise Bänziger, Markus Schefer und Thomas Lang. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

An Klarheit und Pointiertheit liess dieser Energie-Anlass am Dienstagabend nichts zu wünschen übrig. Bezirkspräsident Stefan Geiges zeigte gleich zu Beginn der gut besuchten Delegiertenversammlung in der Aula des Schulhauses Feldbach, dass er ein Mann der klaren Worte ist: «Es ist unklug, wenn ein privater Verein, der Verein Minergie, eine gesetzgebende Funktion will.» Das wäre gerade so unklug wie ein Verein gegen Flugzeuge, der das Fliegen eindämmen wollte.

Die Inhalte rund um Minergie wurden von den zwei Referenten Andrea Paoli, Leiter der Abteilung Energie des Kantons Thurgau, und Dieter Stutz, Inhaber der Atlantis AG und Geschäftsführer der Holzag AG für Energie, präsentiert. Paoli lobte den Minergie-Vorzeigekanton Thurgau, die hohe Energieeffizienz, die regionale Wertschöpfung, die komfortablen Lüftungsanlagen und den Spielraum für die Architekten. «Ich habe nur 300 Franken Energiekosten im Jahr für mein Einfamilienhaus», so Paoli, was von Besuchern bezweifelt wurde.

Schwierig sei es, gegen so viel Begeisterung anzutreten, meinte Referent Dieter Stutz. Das Thema Energie sei mit viel Emotionen aufgeladen, Unwissen, Halbwahrheiten. «Das Allerheilmittel Minergie hat auch Risiken und Nebenwirkungen», sagte er und belegte, dass ein Minergiehaus tendenziell mehr Energie braucht. Im Zentrum stehe der Komfort und die systematische Lufterneuerung. Stutz betonte: Energie sparen ist gut. Der Faktor Mensch ist matchentscheidend, denn die Mehrheit ist «energie-unvernünftig». Wie Geiges sprach sich auch Stutz dagegen aus, dass ein privater Verein ­(Minergie) eine gesetzgebende Funktion auslösen dürfe.

Unter der Moderation von Andreas Anderegg setzten die Voten des Podiums diverse Akzente. Peter Dransfeld, Träger vieler Minergie-Auszeichnungen, teilte die Skepsis von Dieter Stutz. Urs Dünnenberger bestätigte, dass kontrollierte Wohnungslüftung besser werden muss. Stefan Geiges legte den Finger auf die Umwelt. «So viel Sagex zum Dämmen. Denkt auch an den Rückbau, ein 100-jähriges Haus besteht nur aus Backstein.» Auch Paul Koch verwies auf nachhaltige lokale Baustoffe wie Holz mit Blick auf die Entsorgung. Roman Schefer sprach von Schimmel, weil falsch saniert wurde und kein Konzept dahinterstehe.