STECKBORN: Verein einstimmig stillgelegt

Der Vorstand des Samaritervereins legt seine Arbeit für maximal fünf Jahre nieder. Bisher sind keine Nachfolger in Sicht.

Salome Preiswerk Guhl
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Salome Preiswerk Guhl

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Für den Samariterverein Steckborn-Berlingen hat vorläufig das letzte Stündchen geschlagen. Vergangenen Freitag wurde der Verein im 109. Vereinsjahr von den 13 anwesenden Stimmberechtigten einstimmig für maximal fünf Jahre stillgelegt.

«Wir wollen den Verein nicht sang- und klanglos eingehen lassen, darum haben wir uns für eine Stilllegung entschieden», sagte die abgetretene Vize-Präsidentin Edith Egger. Mit ihr traten auch die Aktuarin und die Kassierin zurück.

Eine Fusion oder Auflösung ist möglich

Wenn sich ein motiviertes Team findet, das die Vorstandsarbeit übernehmen will, kann der Verein in diesem Zeitraum wieder aktiviert werden. Passiert in den nächsten fünf Jahren nichts, dann entscheiden die verbleibenden Mitglieder über eine allfällige Fusion mit einem Nachbarverein respektive über die Auflösung.

Die Finanzen von rund 16000 Franken werden während dieser Zeit vom Kantonalverband verwaltet. Den verbleibenden Mitgliedern wird es freigestellt, ob sie sich einem oder mehreren Vereinen, wie zum Beispiel Ermatingen, Eschenz-Mammern oder Herdern und Umgebung anschliessen wollen. Die Postendienste an Veranstaltungen werden von den umliegenden Samaritervereinen übernommen.

Edith Egger war 33 Jahre im Verein dabei, davon 28 Jahre im Vorstand: «Ich hatte schon vor zehn Jahren meinen Rücktritt auf das Jahr 2017 angekündigt, leider liess sich niemand finden, der das Amt übernehmen wollte.» Sei es so, meinte Kassierin Jeannette Ruh und nahm es so hin. Gelassen sahen die Samariter ihrem Untergang aber nicht entgegen. Auf Anfrage der Primarschule Steckborn wurde 2016 ein Erste-Hilfe-Tag für Schüler und Eltern durchgeführt. Die Rückmeldungen waren durchs Band positiv, doch nachhaltig war die Aktion nicht. Das Problem der Überalterung holte den Verein schliesslich ein. «Wir hatten es gut im Verein, aber wenn niemand ein Ämtli übernehmen will und der Nachwuchs fehlt, wird es schwierig», ist dann auch für Materialwart Monika Hirt nach 25 Jahren Vorstandsarbeit Schluss.

Help-Samariterjugend im Kommen

Der Nachwuchs ist zwar in den Startlöchern, jedoch noch zu jung. Die acht Jugendlichen besuchen noch die obligatorische Schule. In den vergangenen zehn Jahren wurde kontinuierlich die Help-Samariterjugend aufgebaut, federführend dabei sind Susi Heger und Sara Egger Peter. Dabei lernen Jugendliche, wie sie Verletzten oder Kranken helfen können. Sie lernen anzupacken, wenn jemand vom Velo stürzt oder sich den Fuss verstaucht und Erste Hilfe benötigt. Diese «Helpis» werden neu dem Samariterverein Herdern und Umgebung angegliedert und geniessen dort Gastrecht. Die monatlichen Help-Übungen werden jedoch wie bislang in Steckborn durchgeführt.