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STECKBORN: Üben für den Ernstfall

Stefan Müller und sein Team von «Protective Training» zeigten den Kindern in der Feldbachturnhalle mit viel Witz, Geduld und starken Handgriffen, wie man sich auch schon von klein auf selbst verteidigen kann.
Judith Meyer
Ein gezielter Tritt kann den Gegner ausschalten. (Bild: Judith Meyer)

Ein gezielter Tritt kann den Gegner ausschalten. (Bild: Judith Meyer)

Judith Meyer

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch

Früh mussten sie aufstehen, die kleinen Selbstverteidiger, um am Schnuppermorgen Selbstschutz für Kids von «Protective Training» teilzunehmen. Um Punkt 9 Uhr begrüsste Stefan Müller die 23 Teilnehmer, die zwischen fünf und acht Jahre alt waren, am Samstagmorgen im Gymnastiksaal der Feldbachturnhalle zusammen mit seinem Team.

«Guten Morgen», schallt es Müller fröhlich entgegen. Alle waren schon wahnsinnig aufgeregt und konnten es kaum erwarten, endlich wie «Karate-Kid» den Gegner das Fürchten zu lehren. Doch weit gefehlt; Müller begann mit einer Achtsamkeitsübung. So schärfte er nicht nur die Aufmerksamkeit der Kinder, sondern auch den Blick und das Gehör, aber vor allem waren die Kinder mit der kurzen ausgedachten Geschichte eines Buben, der mit einem Fremden mitgeht mitten im Thema.

Im Ernstfall «Stopp» schreien

«Ich möchte, dass ihr heute ganz besonders auf euch aufpasst», schwörte Müller die Kinder ein und zeigte ihnen den ersten selbstverteidigenden Schritt. «Wenn euch jemand zu nahe kommt, dann schreit ihr ganz laut ‹Stopp›», lehrte der imposante Kampfkunstlehrer die Kinder. Nun zerrte er an seinem Assistenten und zeigte den erstaunten Kindern, was sie tun können, wenn sie gegen ihren Willen festgehalten werden.

Nach der kurzen Darbietung zu Übungszwecken fragte Müller spontan ein Kind, ob es den anderen zeigen könne, was es nun gelernt habe. Es konnte. Schon richtig professionell sah das Ganze aus. «Wir trainieren aber nicht auf Matten, damit ihr den harten Untergrund der Strasse auch gewohnt seid», erklärte der Chef. Die Kinder warfen sich mit schauspielerischem Talent zu Boden, trommelten auf die Matten ein, traten, rannten und riefen ganz laut «Stopp». Ein voller Erfolg, selbst die Kleinsten konnten dem Programm folgen und zeigen, was sie vrstanden hatten. Insgesamt lehrten Müller und sein Team drei Schritte zur guten Selbstverteidigung.

Ein Ansteckbutton als Andenken

Beim zweiten Kurs für die älteren Kinder zwischen neun und zehn Jahren gab’s schon etwas mehr zum Zuhören und Lernen. Aber auch hier konnten der Instruktor und seine Helfer viel loben: «Wow, du bist ja ein Naturtalent», rief er einem Buben zu. Manche Kinder liessen sich zu früh auf den Boden fallen, oder wuchteten mit zu viel Energie in die Übungspratze. Sofort intervenierte der geübte Trainer, nahm sich Zeit und erklärte mit einem Assistenten, wie man die Übung richtig machen soll. Auch achteten er und sein Team peinlich genau auf die Sicherheit und ermahnten jene, deren Schnürsenkel offen waren. Trotz aller Disziplin, die in der Kampfkunst zur Selbstverteidigung nicht fehlen darf, fragte Müller immer wieder: «Macht es euch Spass?» Ja, es machte Spass, und zum Schluss gab es für jeden ein Andenken in Form eines Ansteckbuttons.

Organisiert wurde das Ganze vom Elternrat der Primarschule Steckborn, wie Deborah Corciulo berichtete: «Im Elternrat war es ein Thema, so etwas zu organisieren, also hörte ich mich in der Region nach geeigneten Anbietern um.» Stefan Müller war zufrieden mit den rund 50 Anmeldungen und erklärte, warum heute die Selbstverteidigung für Kinder immer mehr an Bedeutung gewinnt: «Nicht nur Interesse spielt eine Rolle, sondern auch die momentane politische Weltlage.»

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