STECKBORN: Streitpunkt städtischer Kredit

Aus der öffentlichen Anlage des Gestaltungsplans Lindenareal sind zwei Einsprachen hervorgegangen. Zudem gibt es Kritik am 10-Millionen-Franken-Darlehen der Stadt für die Wohnbaugenossenschaft Linde.

Samuel Koch
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Eck-Visiere deuten auf die Dimensionen der Überbauung des Lindenareals hin. (Bild: Donato Caspari)

Eck-Visiere deuten auf die Dimensionen der Überbauung des Lindenareals hin. (Bild: Donato Caspari)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Es ist ein weiterer Schritt, mehr nicht. Vergangene Woche ist die öffentliche Auflage des Gestaltungsplans Lindenareal bei der Stadt Steckborn zu Ende gegangen. Wann die Bagger für die geplante Überbauung mit altersdurchmischtem Wohnraum für rund 29 Millionen Franken auf dem zentral gelegenen Linden­areal auffahren, steht bis dato noch nicht fest. Dass die Stadt ein Baurechtsvertrag mit der Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde eingeht, hat das Stimmvolk vor gut einem Jahr mit 61 Prozent Ja klar bewilligt.

Für Gesprächsstoff und Kritik sorgt aktuell aber vor allem die geplante Beteiligung der Stadt in Höhe von zehn Millionen Franken. «Die Stadt geht damit ein zu hohes Risiko ein», sagt Leo Stäheli von der CVP Ortspartei. Sollte nämlich die Woba Linde mit allfällig höheren Baukosten oder Schwierigkeiten bei der Belegung der geplanten Wohn- und Gewerbebauten nie die richtige Flughöhe erreichen, müsste die Stadt das Projekt als Baurechtsgeberin Areal Linde wieder übernehmen. «Zudem wird die Woba mit diesem Darlehen nie selbstständig», meint Stäheli weiter.

Analog zum Darlehen für die Stiftung Turmhof

Anderer Meinung ist Steckborns Stadtpräsident Roger Forrer. «Wenn die Darlehen nur über Externe gegeben werden, fehlt der Gemeinde jegliche Möglichkeit zur Mitbestimmung», sagt er, und genau das sei doch bei einem solchen Projekt wichtig. Analog zur Stiftung Turmhof nehme die Stadt deshalb die Verantwortung wahr, um in Sachen Amortisation oder Kündigungsfrist mitreden zu können, «sonst müssen wir bei einer Auflösung der Woba wie damals beim Hotel Feldbach das Darlehen in den Büchern der Stadt abschreiben». Wichtig sei, dass das Volk offen und transparent informiert werde, was bei der nächsten Gemeindeversammlung am 21. Juni geschehe, wenn die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über das Darlehen befinden werden.

Kredit ja oder nein – für Bauverwalter Egon Eggmann stehen momentan zwei Einsprachen von Anwohnern im Fokus, die fristgerecht während der öffentlichen Auflage des Gestaltungsplans eingegangen sind. «Jemand fragte zu Recht an, warum betreffend Fussgängersicherheit der begehbare Bereich an der Dorfstrasse nicht bis an die Frauenfelder­strasse fortgeführt werden kann», sagt Eggmann. Zudem sei die Position der Tiefgarageneinfahrt an der Dorfstrasse zu überdenken. Der zweite Einsprecher kritisierte den Abstand eines der vier Gebäude zum Lindenweg. «Wir versuchen, in den nächsten Tagen eine gütliche Lösung zu finden», sagt Eggmann. Sollte das möglich sein, geht der Gestaltungsplan zurück zum Kanton für die Genehmigung. «Wenn alles nach Plan verläuft, klappt es noch im Sommer mit dem Baugesuch», sagt Eggmann. Sollten dann noch Einsprachen eingehen, müsste die Stadt wegen Befangenheit jedoch in den Ausstand treten.