STECKBORN: Stadtrat will Turmhof unterstützen

Die Rechnung der Stadt schliesst mit 800000 Franken Gewinn ab. Budgetiert war ein Minus. Zudem will der Stadtrat der Turmhof-Stiftung ein Darlehen gewähren.

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Die Stadt beabsichtigt, der Turmhof-Stiftung in zweierlei Hinsicht unter die Arme zu greifen. Das letzte Wort in dieser Sache ha- ben aber die Stimmbürger. Darüber befunden wird nämlich an der Rechnungsgemeinde vom 21. Juni. Diese beginnt um 20 Uhr in der Aula der Sek Feldbach.

Für die Gesamtsanierung der Liegenschaften Turmhof ist der Stadtrat laut einer Medienmitteilung bereit, einen höheren denkmalpflegerischen Beitrag zu leisten. Der gesetzlich vorgeschriebene Gemeindebeitrag beträgt zehn Prozent der anrechenbaren Kosten oder 185000 Franken der erwarteten Gesamtkosten. Die Gemeindeversammlung wird darüber befinden, ob der Beitrag auf 15 Prozent der anrechenbaren Kosten oder 277500 Franken erhöht werden soll.

Höherer Beitrag wirkt sich nicht auf Rechnung aus

Für die denkmalpflegerischen Beiträge an die evangelische Kirche und den Turmhof hat die Stadt ausreichend Vorfinanzierungen gebildet, so dass der erhöhte Beitrag ohne Auswirkungen auf das Rechnungsergebnis getragen werden kann.

Weiter hofft die Stiftung Turmhof zur Finanzierung ihres Bauvorhabens auf eine weitere Unterstützung durch die Stadt. Die Thurgauer Kantonalbank bietet der Stadt ein Darlehen über 1,35 Millionen Franken mit einer Laufzeit von zehn Jahren und zu einem sehr günstigen Zins von 0,7 Prozent zur Weitergabe an die Stiftung Turmhof an. Der Stadtrat ist der Auffassung, dass es der Stiftung ermöglicht werden soll, die Restaurierung zu optimalen Bedingungen durchzuführen. Er empfiehlt der Gemeindeversammlung deshalb die Zustimmung zur Gewährung des Darlehens. Da die Liegenschaften bei einer Auflösung der Stiftung an die Stadt gehen würden, erachtet es der Stadtrat als sinnvoll, dass die Liegenschaften erneuert und die Kosten dafür möglichst günstig gehalten werden.

Auch in einem weiteren Geschäft an der Rechnungsgemeinde geht es um ein Darlehen, nämlich über zehn Millionen Franken an die Wohnbaugenossenschaft Linde (Woba Linde). Die Pensionskasse Thurgau würde das Darlehen der Stadt Steckborn zur Weitergabe an die Woba zur Verfügung stellen – mit einer Laufzeit von zehn Jahren und zu einem jährlichen Zins von 1,31 Prozent. Dieses Darlehen bildet eine wichtige und sehr günstige Basis zur Finanzierung der geplanten Genossenschaftswohnungen. Der Hauptteil der übrigen Mittel soll mittels Bankhypotheken beigebracht werden.

Steuerkraft erstmals über 2000 Franken

Erfreuliches gibt es zur finanziellen Situation Steckborns zu vermelden, wie der Medienmitteilung des Stadtrats zu entnehmen ist. Die durchschnittliche Steuerkraft pro Einwohner ist im vergangenen Jahr unerwartet gegenüber dem Vorjahr um über 7,5 Prozent gestiegen und liegt bei 2085 Franken – und damit erstmals über 2000 Franken. Entsprechend lagen die Steuereinnahmen um 515000 Franken über dem budgetierten Umfang. Auch der Bereich Soziale Sicherheit schliesst wesentlich besser ab als budgetiert. Bei der Wirtschaftlichen Sozialhilfe ist das Ergebnis um gut 257000 Franken und bei der Alimenten- bevorschussung um knapp 120000 Franken positiver als budgetiert. Beides ist in erster Linie auf sehr hohe Rückerstattungen auf erbrachte Leistungen zurückzuführen.

Der Ertragsüberschuss von knapp 800000 Franken soll gemäss Vorschlag des Stadtrates für ausserordentliche Abschreibungen von gut 677000 Franken auf Kantonsstrassen und Gewässerverbauungen verwendet werden. Es verbleibt ein Ertragsüberschuss von knapp 121000 Franken, der dem Eigenkapital zufliessen soll. Nebst dem Rechnungsabschluss 2016 wird die Gemeindeversammlung auch über zwei Einbürgerungen und Änderungen beim Friedhofreglement befinden. (ma/red)