STECKBORN: Sommaruga: «Der Terror stellt uns auf die Probe»

STECKBORN. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in ihrer Festrede am 1. August in Steckborn dazu aufgerufen, die humanitäre Kultur und die internationale Verbundenheit zu pflegen. Auch wenn Gewalt und Terror ganze Nationen verunsichern.

Margrith Pfister-Kübler
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Bundesrätin Simonetta Sommaruga hielt gestern in Steckborn die 1.-August-Rede. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hielt gestern in Steckborn die 1.-August-Rede. (Bild: Andrea Stalder (Andrea Stalder))

STECKBORN. Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat in ihrer Festrede am 1. August in Steckborn dazu aufgerufen, die humanitäre Kultur und die internationale Verbundenheit zu pflegen. Auch wenn Gewalt und Terror ganze Nationen verunsichern.

«Wir blicken am heutigen 1. August nicht ganz ohne Sorgenfalten in die Zukunft», so Bundesrätin Sommaruga gestern auf dem Seeschulhausplatz vor grossem Publikum. Nach den Anschlägen bei den deutschen Nachbarn stellt sie fest: «Der Terror stellt uns auf die Probe. Lassen wir uns nicht einschüchtern von Gewalt.»

Sie rief dazu auf, für eine offene, freie und demokratische Gesellschaft einzustehen, auch wenn Gewalt und Terror ganze Nationen verunsichern. Eine der wichtigsten Pflichten jedes Staates sei, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.

Schweizer Werte leben

Sie verglich Sicherheit mit der Gesundheit, man werde sich ihrer Bedeutung erst richtig bewusst, wenn diese beeinträchtigt ist. Sie appellierte an die Schweizer Werte, die es zu verteidigen und zu leben gelte. «Wir verstehen uns als solidarischen Teil der Staatengemeinschaft», so Sommaruga, dabei führte sie die Position der Schweiz zur EU an und die Folgen der Abstimmung der Zuwanderungs-Initiative vom Februar 2014, welche die Beziehungen zu Europa kompliziert haben.

Sie kritisierte Forderungen, die darauf abzielen, die Rechte von Minderheiten zu beschränken und Menschen auszugrenzen. Die Schweiz werde ihr Verhältnis zur EU klären müssen, und zwar bald, denn unseren Wohlstand verdanken wir wesentlich dem Umstand, dass es der EU gelungen ist, in Mittel- und Westeuropa über sieben Jahrzehnte Frieden zu bewahren.

Die geschickten Bündnisse

Simonetta Sommaruga betonte, dass die Schweizer Geschichte nie eine Geschichte der Isolation und der Abschottung gewesen sei. Vielmehr sei es eine Geschichte der geschickten Bündnisse. «Pflegen wir also unsere humanitäre Tradition und unsere internationale Verbundenheit – all das macht uns aus», sagte die Bundesrätin.

Die Zuhörer in Steckborn würdigten Sommarugas Rede mit minutenlangem stehendem Applaus.