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STECKBORN: Schwebezustand hält an

Der Baustart für die Wohnbaugenossenschaft Linde verzögert sich weiter. Seit das Stimmvolk im vergangenen Sommer einen 10-Millionen-Kredit bachab geschickt hat, stockt die Finanzierung.
Samuel Koch
Das derzeit brachliegende Lindenareal in Steckborn. (Bild: Donato Caspari (8. Dezember 2017))

Das derzeit brachliegende Lindenareal in Steckborn. (Bild: Donato Caspari (8. Dezember 2017))

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Die Abrissbirne bleibt noch unberührt, noch fahren auf dem zentral gelegenen Lindenareal in Steckborn die Bulldozer nicht auf. Zwar hat der Kanton den Gestaltungsplan der Wohnbaugenossenschaft (Woba) Linde genehmigt, und der Steckborner Stadtrat kürzlich dessen Inkraftsetzung beschlossen. Noch fehlt aber die endgültige Baubewilligung der Gemeinde, wie WOBA-Präsident Gregor Rominger sagt. Die Woba plant auf dem Lindenareal vis-à-vis der Schulanlage Hub eine vierteilige Überbauung für altersdurchmischtes Wohnen für rund 26 Millionen Franken. «Der Stadtrat entscheidet nächsten Montag über das Baugesuch, und das ohne mein Beisein», sagt Rominger, der als Stadtrat gleichzeitig in den Ausstand tritt.

Ursprünglich war geplant, dass die alten Gebäude auf dem Lindenareal bereits Anfang Jahr dem Erdboden gleichgemacht werden. «Solange die Finanzierung aber nicht gesichert ist, ­brechen wir gar nichts ab», sagt Rominger. Die Pläne ins Stocken gebracht hat das Nein der Stimmbürger im vergangenen Juni für ein städtisches Darlehen in Höhe von zehn Millionen Franken. «Es wäre der einfachste Weg ge­wesen, die Banken hätten die ­Zustimmung für die restlichen Darlehen gegeben, und der Bau wäre jetzt schon in Gang», sagt Rominger.

Ein klassischer Teufelskreis

Nun gibt es aber Verzögerungen. «Eine der Schwierigkeiten ist das geringe Eigenkapital der Genossenschaft», sagt Rominger. Dazu zählen die Genossenschafts- als auch die Wohnungsanteilsscheine. Von ersteren sind rund 100 Stück verkauft und bringen rund 50000 Franken ein. Letztere betragen rund 650000 Franken, «diese können den Mietern jedoch erst in Rechnung gestellt werden, wenn auch der Bezugstermin feststeht». Dieser wiederum bleibe undefiniert, solange die Finanzierung nicht gesichert ist. «Es handelt sich also um einen klassischen Teufelskreis», sagt Rominger. Seine Woba-Vorstandskollegen und er führen seit Wochen und Monaten Gespräche mit unzähligen potenziellen Geldgebern. Der Schwebezustand hält aber weiter an, niet- und nagelfest ist bisher erst das erste Drittel der Gesamtfinanzierung, denn nebst dem Genossenschaftskapital besteht erst eine schriftliche Grundsatzvereinbarung über die Anfangsfinanzierung in Höhe von zehn Millionen Franken. «Diese kommt aber erst zum Tragen, wenn die Gesamtsumme bereitgestellt ist», sagt Rominger. Namen der Geldgeber kommentiert er indes nicht.

Parallel sucht die Woba mittlerweile Unterstützung beim Schweizer Dachverband. «Vielleicht lässt sich so die Finanzierung besser ins Rollen bringen», sagt er. Der Vergleich mit ähnlichen Projekten zeige, dass die Finanzierung oft ein mehrjähriger Prozess sei. Trotzdem zeigt er sich zuversichtlich, möglichst zeitnahe eine langfristig tragbare Finanzierung auf die Beine zu stellen. «Allenfalls können zugesagte, relativ teure Darlehen dann mit solchen mit vernünftigen Zinssätzen ersetzt werden», prognostiziert Rominger. Dann gehe es Schlag auf Schlag auf der bisher eher harzigen Finanzbaustelle. Einen konkreten Zeitplan mit einem Datum für den Baustart zu bestimmen, damit ist Rominger vorsichtig geworden. «Solange die Finanzierung nicht gesichert ist, passiert nichts», sagt er. Nebst den bereits verkaufen Anteilsscheinen stünden von den 43 geplanten Wohnungen bereits 39 auf einer unverbindlichen Liste auf Status reserviert. «Das bringt uns aber bisher keinen Franken ein», sagt er.

Personalrochade im Vorstand

Aus dem bisher fünfköpfigen Woba-Vorstand verabschiedet sich Rudolf Meili, verantwortlich für die Kommunikation. Die Genossenschaft dankt ihm für seine geleistete Arbeit und wünsche ihm alles Gute. «Der Vorstand arbeitet in seiner heutigen Besetzung weiter», sagt Rominger. Interessierte können sich beim Vorstand informieren und sich im Juni an der Generalversammlung von den Genossenschaftern wählen lassen. Und: «Vielleicht geht bis dahin auch der Bau auf dem Lindenareal los.»

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