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STECKBORN: Schubert innovativ interpretiert

Eine Schubertiade erhellt den nasskalten Abend. David Lang und seine Gesangskollegen präsentierten Lieder von Schubert gepaart mit wortwitzigen Intermezzi.
Die vier Musiker: David Lang, Chasper-Curò Mani, Raphaël Favre und Paul Erkamp in der katholischen Kirche St. Jakobus. (Bild: Judith Meyer)

Die vier Musiker: David Lang, Chasper-Curò Mani, Raphaël Favre und Paul Erkamp in der katholischen Kirche St. Jakobus. (Bild: Judith Meyer)

Für einmal kam eine Schubertiade ganz ohne Festspielcharakter und grosses Tamtam aus. Allein die Musik und deren Interpretation durch David Lang bestachen durch ihre Perfektion und Lieblichkeit. Die vier Männerstimmen David Lang, Chasper-Curò Mani, Raphaël Favre und Paul Erkamp gaben eine kleine, feine Schubertiade mit unverhofften, selbstkomponierten Intermezzi.

Lang begrüsste mit seinen drei Mitkünstlern die rund 100 Zuhörer in der katholischen Kirche St. Jakobus in Steckborn am Samstagabend direkt und ohne Umschweife mit dem Schubert-Lied «Gesang der Geister über den Wassern». A cappella mit wunderbaren, klaren und tiefen Männerstimmen gesungen.

Wortwitz und jazzige Rhythmen

Nach dem ersten begeisterten Applaus ergriff Lang das Wort und erzählte Biografisches aus Schuberts Leben mit anekdotischem Augenzwinkern. Dann folgen die ersten zwei Intermezzi; sowohl Libretto wie Komposition stammten aus der Feder Langs. Mit Wortwitz in Dialekt gesungen und mit jazzigen Rhythmen verarbeitete Lang darin das eben Erzählte über Schuberts Leben und machte Bezüge zu seinem eigenen sowie dem Konzert. Erstaunt über so viel Kreativität, applaudierte das Publikum abermals begeistert.

Diese Abfolge war der rote Faden des Konzertes. Es folgten immer wieder Schubert-Lieder wie zum Beispiel «Der Gondelfahrer» oder «O sanfte Liebe», akkurat und berührend gesungen. Darauf folgten die kurzen Anekdoten, die später in den Intermezzi wiederum musikalisch aufbereitet wurden.

«Der Erlkönig» für vier Stimmen umgeschrieben

Diese Kombination von Erzählung, klassischer Darbietung und Selbstkomponiertem ist noch nie da gewesen und bringt Lang und seine drei Mitmusiker in eine neue, innovative Kategorie, Schubert zu interpretieren. «Der Erlkönig», das wohl bekannteste Lied Schuberts, sparten sich die Musiker für das Finale. Weil dieses Stück nur für Sologesang geschrieben wurde, schrieb Lang es kurzerhand passend auf vier Stimmen um. Der lang anhaltende Applaus am Schluss war wohl das schönste Kompliment für das Quartett. (jme)

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