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STECKBORN: Salt will Handyantenne neben Kindergarten platzieren

Am Buchenweg plant die Mobilfunkbetreiberin Salt einen Standort für eine Handyantenne direkt neben einem Kindergarten. Einwohner sammeln dagegen Unterschriften. Stadtpräsident Roger Forrer bleibt gelassen.
Samuel Koch
Das Bauvisier für die geplante Mobilfunkantenne auf dem Dach des Wohnhauses neben dem Kindergarten Zelgi fiel wohl dem Wetter zum Opfer. (Bild: Andrea Stalder)

Das Bauvisier für die geplante Mobilfunkantenne auf dem Dach des Wohnhauses neben dem Kindergarten Zelgi fiel wohl dem Wetter zum Opfer. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Sie sind ausser sich, die Bewohner des Quartiers zwischen Bahnhof und Haldenberg. Mit zwei Baugesuchen gleichzeitig will die Mobilfunkbetreiberin Salt in Steckborn aufrüsten. Einerseits soll die bestehende Antenne bei der Kläranlage beim Feldbach ausgetauscht werden. Bei diesem Baugesuch, dessen öffentliche Auflage vergangene Woche zu Ende gegangen ist, sind bei der Bauverwaltung insgesamt zwei Einsprachen eingangenen.

Noch viel mehr Ärger verbreiten in Steckborn aber die Pläne zum zweiten Salt-Antennenstandort am Buchenweg 1. Auf einem Wohngebäude soll eine sieben Meter hohe Sendeanlage wie ein Fühler aus dem Dach ragen. «Das ist doch einfach nur verrückt», meint ein betroffener Anwohner. Er selber sei Salt-Kunde und mit seinem Mobilfunktelefon in Steckborn bestens versorgt. «Mitten im Wohnquartier direkt neben dem Kindergarten Zelgi sowie dem Kindergarten und der Schulanlage Huben sind diese Pläne völlig verantwortungslos.» Vom Vorhaben erfahren hat er mittels eingeschriebenem Brief, den sämtliche Haushalte im Umkreis von rund 500 Metern Luftlinie erhalten haben. «Dieser Wildwuchs muss endlich aufhören!», poltert er weiter.

Dutzende Unterschriften innert wenigen Tagen

Nun gruppieren sich die Antennengegner und sammeln im Quartier Unterschriften. «Innert wenigen Tagen haben Dutzende unterzeichnet.» Nebst Folgen für die Gesundheit fürchten die Eigentümer, dass ihre Liegenschaften an Wert verlieren. Andere beschleicht die Angst, ihr Geschäft zu verlieren. «Wenn hier eine Mobilfunkantenne strahlt, kann ich die Funkmessarbeiten in meinem Labor nicht mehr betreiben, und meine Firma muss Konkurs anmelden», sagt ein Unternehmer, der in unmittelbarer Nähe der geplanten Antenne seine Firma betreibt.

Noch bis morgen Donnerstag läuft die Einsprachefrist der neuen Mobilfunkantenne am Buchenweg. Die Opposition gegen den Mobilfunkbetreiber Salt am Untersee ist nur eine von vielen Gegenbewegungen gegen geplante Handyantennen im Bezirk Frauenfeld (siehe Text unten).

Geschäft kommt ohnehin in den Stadtrat

Trotz Aufruhr im Städtchen und der Unterschriftensammlung nimmt die Gemeinde die Angelegenheit gelassen. «Es handelt sich hier um ein normales Bewilligungsverfahren», meint Stadtpräsident Roger Forrer. Nachdem die öffentliche Auflage zu Ende sei, werden die Einsprachen Salt zugestellt, und sie kann dazu Stellung nehmen. Danach werde Forrer mit dem Stadtrat, dem Bauverwalter und einem juristischen Berater eine Auslegeordnung machen, ehe es für die Gemeinde zwei Möglichkeiten gebe. «Entweder heisst es für Salt grünes Licht, oder eben wir bewilligen nicht», meint Forrer. Bei beiden Möglichkeiten gibt es wiederum Rechtsmittel für beide Parteien. «Egal wie der Entscheid ausfällt, das Thema Handyantenne beschäftigt unsere Gesellschaft sicher noch lange», meint Forrer und ergänzt: «Alle wollen Empfang, aber niemand will eine Antenne vor dem Haus.»

Bei Salt heisst es, Standorte müssten immer technisch und kommerziell realisierbar sein. «Mobilfunkanlagen werden dort benötigt, wo sich die Nutzer aufhalten», erläutert Salt. Je weiter weg sich die Antenne von den Nutzern befindet, umso höher wird die Sendeleistung, was wiederum die Strahlenbelastung vergrössert. Jedoch: «Die strengen Anlagegrenzwerte laut Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung müssen eingehalten werden.»

Karte zu den Standorten der Mobilfunkantennen.

Karte zu den Standorten der Mobilfunkantennen.

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