STECKBORN: Noch scheint die Sonne

Der Stadtrat schlägt der Gemeindeversammlung mit dem Budget 2018 eine Steuerfusssenkung vor. Ab 2022 sollen dann wieder dunklere Wolken aufziehen.

Samuel Koch
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Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Diese Vorlage dürfte es einfacher haben als die letzte. Noch im Juni schickte die Gemeindeversammlung eine 10-Millionen-Beteiligung an der Wohnbaugenossenschaft Linde bachab. Im Dezember nun stimmen die Steckborner über tiefere Steuern ab. Nach zuletzt drei Jahren mit 66 Prozentpunkten soll der Steuerfuss der einfachen Steuer aufs Budget 2018 um drei Prozent gesenkt werden, wie die Stadt gestern mitgeteilt hat. Noch vor vier Jahren lag der Steuerfuss bei 69 Prozentpunkten.

Das Budget des kommenden Jahres rechnet mit einem Gewinn von 64000 Franken bei einem Gesamtaufwand von 16,11 Millionen Franken. In den vergangenen Jahren erzielte das Unterseestädtchen jeweils Gewinne bei mehr oder minder gleichbleibendem Umsatz. Das Eigenkapital hat sich von 1,77 Ende 2013 bis Ende 2016 auf 2,52 Millionen Franken und damit um über 40 Prozent gesteigert.

Intelligente Elektrizität, Trafostation, Rasenmäher

Nebst der Steuersenkung und dem Budget stimmt die Gemeindeversammlung auch über Objektkredite in Höhe von 4,5 Millionen Franken ab. Mehr als vier Fünftel davon betreffen gebührenfinanzierte Werkbereiche. Für 1,55 Millionen Franken als umfangreichstes Projekt soll das Elektrizitätswerk ein intelligentes Smart-Power-Management-System einrichten, auf das etappenweise in den nächsten fünf Jahren umgestellt wird. Des Weiteren will die Stadt in neue Technik im Abwasserbereich (1,2 Millionen Franken), in Strassen- und Werkleitungssanierungen (795000 Franken), den Neubau einer Trafostation Linde (305000 Franken), einen Sprungturm beim Strandbad (70000 Franken), einen Grossrasenmäher für das Bauamt (60000 Franken) sowie in öffentliche WCs im Aussensportanlagen-Bereich des Feldbachareals (370000 Franken) investieren. Bei letzterem Projekt beteiligt sich die Behörde der

Primarschule mit 140000 Franken an den Kosten. Auch im ordentlichen Budget 2018 der Erfolgsrechnung sind einige besondere Projekte vorgesehen, unter anderem die Sanierung der Abwasser-Pumpstation Glarisegg, der Ausbau der Abwasser-Pumpstation beim Seeschulhaus oder eine Machbarkeitsstudie für einen Neubau des Sportplatzes Emmig.

Trotz bald möglicher Steuerfussreduktion rechnet die Stadt in ihrem Finanzplan ab 2022 mit negativen Ergebnissen, die aus dem in der Vergangenheit aufgebesserten Eigenkapital ausgeglichen werden müssen. Mit dem aktuellen Eigenkapital erachtet es der Stadtrat als verkraftbar. Zudem sinke ab 2025 die Belastung an Abschreibungen in der Stadtrechnung.

Positive Finanzlage hin oder her, das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung am 5. Dezember.