STECKBORN: Grosse Ideenvielfalt

Seit gestern sind die 69 Beiträge des Architekturwettbewerbes für den Wiederaufbau der Altstadthäuser zu sehen. Bis 22. Januar steht dafür die Bernina-Shedhalle offen.

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Werner Oberhänsli, Präsident Stiftung Ortsbild, Architektin Cornelia Bein und Stadtpräsident Roger Forrer in der Ausstellung. (Bild: Manuela Olgiati)

Werner Oberhänsli, Präsident Stiftung Ortsbild, Architektin Cornelia Bein und Stadtpräsident Roger Forrer in der Ausstellung. (Bild: Manuela Olgiati)

«Die Vielfalt freut besonders», sagte Stadtpräsident Roger Forrer. Es sei keine leichte Aufgabe gewesen, eine Auswahl dieser interessanten Architekturbeiträge zu treffen. An der Eröffnung der Ausstellung von gestern Vormittag waren rund 30 Personen anwesend. 69 Architekturbeiträge sind bis ins Detail zu bewundern. Interessant ist die Auseinandersetzung mit einzelnen Objekten. Das Ziel sei nun ein Bauprojekt umzusetzen, das von allen getragen werde, betonte Walter Oberhänsli, Präsident der Stiftung Ortsbild.

Im ersten Durchgang der Jurierung ging es um Merkmale wie die Einpassung in die Altstadt. 39 Beiträge wurden so bereits zu Beginn der anonymen Auswertungen ausgeschieden. Beim zweiten Durchgang ging es um Raumplanung, damit schieden weitere 24 Beiträge aus. Beim dritten Durchgang «Mehrwert mit einem zeitgemässen Bau zu verbinden», siegten lediglich drei Architekturbüros – alle aus Zürich. Insgesamt wurden 30 Beiträge von Zürcher Büros eingereicht, zwei kamen aus dem Thurgau, eines aus St.Moritz. Keine einzige Eingabe sei aus Deutschland eingereicht worden, merkte Oberhänsli an.

Nach den Ansprachen tauschten sich einzelne Besucher aus, darunter einige anwesende Architekten und Steckborner Besucher. «Die weitere Planung kann nun sehr schnell vorangehen», sagte Stadtpräsident Forrer. Er sprach auch von der grossen Solidaritätswelle: Nach dem Brand kamen 239000 Franken an Spenden zusammen. Das Geld konnte an die Betroffenen verteilt werden. Am 21. Dezember 2015 löste ein Modellbau-Akku einen Brand in der Altstadt von Steckborn aus. Das Feuer zerstörte mehrere Liegenschaften. 30 Einwohner wurden obdachlos.

«Der Schaden hat das Herz von Steckborn getroffen», sagte Architektin Cornelia Bein aus Steckborn. Sie setzte sich mit den Eigentümern der Liegenschaften zusammen. Diese entschieden sich für eine gemeinsame Planung des Wiederaufbaus. Es wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Die Jury entschied sich für das Siegerprojekt «L’ Aquilino» von Architekt Sebastian T. Pater aus Zürich.

 

Manuela Olgiati

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Ausstellung in der Bernina-Shedhalle: Mi, 28., Do, 29. Dezember, Mi, 4., Do, 5., Sa, 14., So, 15., Fr, 20., Sa, 21., So, 22. Januar; 14 bis 16 Uhr