STECKBORN: Geldsegen zum Abschied

Die Rechnung der Sekundarschulgemeinde Steckborn Feldbach schliesst fast 700 000 Franken besser ab als budgetiert. Zum letzten Mal leitete die langjährige Schulpräsidentin Elsbeth Ruppen die Versammlung.

Margrith Pfister-Kübler
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Die abtretende Präsidentin Elsbeth Ruppen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Die abtretende Präsidentin Elsbeth Ruppen. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Schon optisch war es am Montagabend in der Aula der Schule Feldbach anders als sonst. Eine riesengrosse Fahne mit den Wappen aller Partnergemeinden – Steckborn, Mammern, Gündelhart-Hörhausen und Berlingen – prangte hinter dem Behördentisch. Abschiedsstimmung von Schulpräsidentin Elsbeth Ruppen nach 18 Jahren, davon 16 Jahre als Präsidentin, und weiteren Behördenmitgliedern prägte die Versammlung. 40 Stimmberechtigte (von total 3721) waren dabei. Mageres Interesse, doch die wenigen waren umso mehr mit Herz und Verstand dabei.

Ohne Diskussion wurde die Rechnung 2016 genehmigt. Sie schloss um 674 686 Franken besser als budgetiert ab. Die Ursachen: 204 000 Franken Minderaufwand beim Posten Besoldung und höhere Steuereinnahmen. Trotz des erfreulichen Ergebnisses hinterfragte Schulpflegerin Michaela Dähler die Verkraftung einer Steuersenkung: «Seit 2009 wurde die Schulsteuer von 48 Prozent auf 34 Prozent gesenkt, 14 Prozent Senkung in den letzten acht Jahren. Das ist ganz schön erfreulich.» Gleichzeitig sei ein solides Eigenkapital aufgebaut worden von rund zwei Millionen Franken. Trotzdem müsse man vorsichtig bleiben mit Blick auf die schwächelnde Konjunktur, die sich auf die Steuererträge auswirke, mahnte Michaela Dähler.
Auch das ausgeglichene Budget 2017 mit einer Steuerfusssenkung um zwei Prozent, von 36 auf 34 Prozent, wurde ohne Diskussion bewilligt. Diese Steuerreduktion um zwei Prozent bedeutet: Die Sekundarschule Steckborn muss mit rund 250 000 Franken weniger auskommen. In der Investitionsrechnung 2017 sind nebst der Erneuerung der Worttapete Ostfassade Schulhaus und Erneuerungsarbeiten zum Werterhalt der Anlage auch der Kauf von einem Dutzend neuen Nähmaschinen enthalten.

Mal auf dem Dampfschiff, mal im Schnellboot
Um die schulischen Ansprüche nachhaltig zu erfüllen, setze die Schule Feldbach auf «die Balance zwischen Kontinuität und Veränderung», betonte Schulleiter Hansjörg Angst. Er brachte den Vergleich von Dampfschiff und Schnellboot. Dampfschiff, weil Mathematik Mathematik bleibt und Deutsch Deutsch und Pubertät Pubertät. Schnellboot, weil die Schüler regelmässig das neuste Smartphone mitbringen als Werkzeug einer verrückten digitalen Welt. Feldbach sei fit für den neuen Lehrplan 21, betonte Angst: «Für die Lehrpersonen gilt, dass sie auch in Zukunft freie Methodenwahl haben.» Schülern wird mehr Eigenverantwortung abverlangt. «Wer nicht will, hat kein Erfolg», so der Schulleiter.

Besonderes Schulleiterlob gab es für Elsbeth Ruppen: «Mit ausserordentlich hoher Kompetenz» habe sie während 16 Jahren als Präsidentin und vorher als Behördenmitglied die Schule geleitet und mit Weitsicht Weichen gestellt. «Sie hat unserer Schule einen guten Stempel aufgedrückt», lobte Vizepräsidentin Daniela Scherrer. Offen, kompetent, weitsichtig und weitere Superlative ertönten. Aus Sicht der Lehrerschaft meldete sich Claudia Knecht zu Wort: «Du hast uns Vertrauen gegeben, um Bewährtes zu erhalten und offen zu sein für Neues. Wir werden Dich vermissen.» Präsidentin Ruppen wünschte für die Zukunft der Schule Feldbach Konstanz: «Das braucht es, um etwas zu erreichen.»

Mit herzlichen Worten verabschiedete Präsidentin Ruppen jene Behördenmitglieder, die ebenfalls auf Ende Amtsdauer aufhören: Daniela Scherrer, Vizepräsidentin (16 Jahre), Daniel Zimmermann, Finanzkommission (8 Jahre), Lisa Kull, Delegierte Berlingen (8 Jahre) und Marianne Moser, Delegierte Hörhausen (4 Jahre).