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STECKBORN: Für Sternenkinder

Die Gemeinde richtet im kommenden Jahr auf dem Friedhof eine Gedenkstätte für totgeborene Kinder ein. Damit sollen betroffene Eltern nach dem Verlust ihres Kindes unterstützt werden.
Rahel Haag
Auf dem Friedhof: Auf der Wiese hinter Stadtrat Franz Reithofer soll eine Gedenkstätte für Sternenkinder eingerichtet werden. (Bild: Andrea Stalder)

Auf dem Friedhof: Auf der Wiese hinter Stadtrat Franz Reithofer soll eine Gedenkstätte für Sternenkinder eingerichtet werden. (Bild: Andrea Stalder)

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

An der Gemeindeversammlung war der Fall klar. Bei zwei Enthaltungen wurde die Revision des Friedhofreglements mit 231 Stimmen angenommen. Damit sagten die Stimmberechtigten Ende Juni auch dazu Ja, dass die Gemeinde eine Gedenkstätte für sogenannte Sternenkinder einrichtet. Der Begriff steht für Kinder, die mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm vor, während oder kurz nach der Geburt versterben.

Die Idee hierfür kam aus der Bevölkerung. «Wir haben den Gedanken aufgenommen und uns dafür entschieden, um die Betroffenen in der Aufarbeitung zu unterstützen», sagt Franz Reithofer, Stadtrat und Präsident der Friedhofkommission. Von denjenigen, die sich an die Gemeinde gewandt haben, sei eine Person direkt betroffen. «Dieses Schicksal ist verbreiteter als man denkt», sagt Reithofer.

Eine Beisetzung mit oder ohne Namensnennung

Gemäss Bundesamt für Statistik (BFS) kamen im Jahr 2015 in der Schweiz 357 Kinder leblos zur Welt. Im Gegensatz dazu, werden Fehlgeburten dem BSF nicht eigens gemeldet, wie es in einem Bericht des Bundesrates heisst (siehe Kasten). Der Anteil an Fehlgeburten wird auf 20 Prozent geschätzt. Dementsprechend kommt es im Schnitt bei einer von fünf Schwangerschaften zu einer Fehlgeburt.

Steckborn ist nicht die erste Gemeinde im Thurgau mit einer Gedenkstätte für Sternenkinder. Weitere gibt es in Frauenfeld, Kreuzlingen und Weinfelden. «Für uns war auch entscheidend, dass wir Platz haben auf unserem Friedhof», sagt Reithofer. So soll es auch möglich sein, auswärtige Sternenkinder, beispielsweise aus Nachbargemeinden, dort beizusetzen. «Darüber wird jeweils die Friedhofkommission entscheiden.» Im Friedhofreglement ist die Sternenkinder-Gedenkstätte unter Artikel 10 zu finden. Dort heisst es unter anderem, dass die Beisetzung mit oder ohne Namensnennung möglich sein soll. «Das wollen wir den Eltern überlassen», meint Reithofer.

Besprechung von Ideen im September

Geplant ist eine schlichte Gedenkstätte. Bezüglich des Materials sei noch nichts entschieden. Glas, Metall, Holz oder Stein, zählt Reithofer auf. «Wichtig ist, dass etwas entsteht, das zum Friedhof passt.» Im Rahmen der nächsten Sitzung der Friedhofkommission im September sollen Ideen besprochen werden. «Bis dahin machen wir uns Gedanken über die Möglichkeiten.»

Im Budget wurde für das Projekt bereits ein Kredit zwischen 10000 und 15000 Franken eingeplant. Dieser komme an der Gemeindeversammlung im Rahmen der Budgetberatungen am 6. Dezember vor die Gemeinde. «Wahrscheinlich an der Versammlung im November oder Dezember», sagt Reithofer. Im laufenden Jahr soll eine Offerte eingeholt werden. «Wir rechnen damit, dass die Umsetzung im März oder April 2018 beginnt.»

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