STECKBORN: Erinnerung an den Gnädinger

Der Film «Ricordare Anna» lief vergangenen Freitag im Open-Air-Kino auf der Turmhof-Baustelle.

Andreas Taverner
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Moderatorin Bea Petri (Mitte) leitete das Gespräch mit Ursula Gnädinger und Suly Röthlisberger. (Bild: Andreas Taverner)

Moderatorin Bea Petri (Mitte) leitete das Gespräch mit Ursula Gnädinger und Suly Röthlisberger. (Bild: Andreas Taverner)

Die Befürchtung der Veranstalter, das zu wenig Besucher kommen, ist unbegründet. Filme mit dem bekannt-beliebten Schauspieler Mathias Gnädinger, der vor zwei Jahren verstorben ist, ziehen. Bis zum Filmstart um 21.30 Uhr sind fast alle der rund hundert Sitzplätze besetzt. Zum Beispiel von Ruedi Merkofer vom Phönix-Theater. Er kannte Ma­thias Gnädinger persönlich. «Er spielte sich zu einem grossen Stück selbst und blieb so sehr ­authentisch», meint er.

Im Interview, das Bea Petri führt, wirken Ursula Gnädinger, Witwe von Mathias Gnädinger, und Suly Röthlisberger, die viele Filme mit ihm machen durfte, direkt und authentisch – auch im später gezeigten Film «Ricordare Anna». Auf die Frage der Moderatorin, wie Ursula Gnädinger es empfunden habe, dass sie – ­Petri – als Maskenbildnerin ihm nahe gekommen ist, sagt die wortkarge Gnädinger: «Das hat mir nicht viel ausgemacht.» In Gedanken sei sie bei ihrem verstorbenen Mann. Mehr erfährt das Publikum von Röthlisberger, die eine Anekdote zum Film erzählt. «Mathias war immer sehr gut vorbereitet, auch für diesen Film. Als er erfuhr, dass ein Teil auf Italienisch ist, ist er explodiert. Er warf seine Drehbücher fort und fluchte.» Mit einer ­Zigarette und einem Nachtessen konnte der Film gerettet werden. Im Film, der in den 80er-Jahren spielt, geht es um den Konflikt zwischen Mathias Gnädinger als Viktor Loser und seiner Tochter Anna. Er verflucht ihren Entscheid, die Uni aufzugeben und nach Sizilien auszuwandern.

Andreas Taverner

unterseerhein

@thurgauerzeitung.ch