STECKBORN: Entrümpeln im drei Grad kalten Wasser

Bei der Aktion «Tauchen gegen Müll» räumen Taucher den Untersee auf. In den Vorjahren tauchten nebst Abfall auch schon alte Fischernetze, Velos oder Trottinetts auf. Und die Aktion ist nicht ungefährlich.

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Ein Taucher verstaut den Müll in einem Sack. (Bild: PD)

Ein Taucher verstaut den Müll in einem Sack. (Bild: PD)

Eine Coladose liegt nahe des Seeufers am Boden, eine Böe wirbelt sie auf und wirft sie ins Wasser. «Extrem viele Dosen werden entweder auf den Boden oder in ­ den See geworfen», sagt Sandra Büchi, Tauchlehrerin bei Divecorner Frauenfeld. Nicht nur Dosen, auch Plastiksäcke oder Flaschen finden die Taucher auf ihren Touren. Da sie aufgrund mangelnder Verstauungsmöglichkeiten nicht sehr viel Müll an die Oberfläche bringen können, findet am Samstagmorgen die Aktion «Tauchen gegen Müll» am Untersee statt.

Eine Gruppe von Tauchern geht mit Säcken auf Seegrund und entrümpelt den Hafen und die Anlegestelle von Steckborn. «Das ist sehr interessant, da diese Orte für Taucher sonst verboten sind», sagt Büchi. Das Programm führt der Divecorner Frauenfeld nun schon zum zweiten Mal unter dem Label «Project Aware» durch. «Project Aware» setzt sich für den Schutz von Unterwasserlandschaften ein.

«Die Personen sind jeweils zu zweit unterwegs und tauchen bis zu 18 Meter tief», sagt Büchi. Nebst kleinerem Abfall fanden die Taucher auch schon Velos, Trottinetts oder alte Fischernetze. Ganz ungefährlich ist die Aktion nicht. Wenn sich jemand überschätzt und mit viel Gewicht zu schnell auftaucht, könne das gefährlich sein. «Bei 18 Metern Tiefe braucht es mindestens fünf Minuten zum Auftauchen», sagt Büchi. Doch mehr als einen Tauchgang wird es kaum geben, das Wasser ist momentan etwa drei Grad kalt. Trotz Trockenanzügen ist das Gesicht der Kälte ausgesetzt. An Land zählen Helfer das Gefundene. Die Daten gehen später an «Project Aware». «Hier in der Schweiz haben wir zum Glück nicht so sehr mit dem Müll zu kämpfen, wie in anderen Ländern», sagt Büchi. Trotzdem landet auch in der Schweiz einiger Abfall am Grund der Seen. Weil das in Zukunft immer mehr ein Problem sein wird, können Interessierte am Freitagabend auch einen Theoriekurs zur Sortierung vom Abfall besuchen. Für die Aufräumaktion sucht der Dive­corner Frauenfeld nach wie vor Helfer.

Géraldine Bohne

geraldine.bohne@thurgauerzeitung.ch

Anmeldung unter

info@sandrabuechi.ch oder auf Facebook «Tauchen gegen Müll»