STECKBORN: Ein wenig wie Weihnachten

Nach dem Umbaujahr 2017 will der Museumsverein seine Sammlung ab 2018 wieder im Turmhof zeigen. Verschiedene aktuelle Schenkungen machen den Bestand noch vielfältiger.

Margrith Pfister-Kübler
Drucken
Teilen
Ernst Füllemann, Präsident ad interim und Vizepräsident, Roland Forster, Diessenhofen, Ines Egli, Emmi Egli und Rita Haas-Egli, alt Stadtpräsident Koni Füllemann und Kurator René Labhart. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ernst Füllemann, Präsident ad interim und Vizepräsident, Roland Forster, Diessenhofen, Ines Egli, Emmi Egli und Rita Haas-Egli, alt Stadtpräsident Koni Füllemann und Kurator René Labhart. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Ernst Füllemann, Präsident ad interim, strahlte im Saal im alten Steckborner Rathaus: Der grosse Aufmarsch der Vereinsmitglieder zeige Wertschätzung. Die Traktanden des Museumsvereins Steckborn gingen zügig über die Bühne. Einstimmig genehmigte die Versammlung die Jahresrechnung 2016, präsentiert durch Kassier Albert Gräflein, und das Budget 2017. Die Rechnung 2016 schliesst mit einem Gewinn von 1658 Franken ab, der dem Eigenkapital zugewiesen wird.

Speziell verdankt wurde der jährliche Beitrag von der Stadt Steckborn von 5000 Franken und von der Stiftung Hausmann von 6500 Franken. «Ein Segen für uns», freut sich Kassier Gräflein. Noch nicht abschätzbar sind laut Budget 2017 die Kosten für die Züglete und die Neuglie­derung. 2500 Franken sind für ein Werkverzeichnis, erarbeitet durch Kurator René Labhart, über den Steckborner Maler Walter Viktor Bernath veranschlagt.

Seit 2016 ist das Museum geschlossen und bleibt es auch in diesem Jahr, denn im Turmhof wird renoviert und umgebaut.

Die jetzt im Mai 2017 begonnenen Renovationsarbeiten am Turmhof sollen laut Baukommission der Stiftung Turmhof bis Ende November 2017 abgeschlossen sein. «Dann werden wir unverzüglich mit der Neugliederung des Museums beginnen. Für Mai 2018 ist die Neueröffnung vorgesehen», so die Worte von Ernst Füllemann.

Historische Nähmaschinen von Bernina

Vor grosse Herausforderungen haben den Vorstand die Schenkungs- und Dauerleihverträge gestellt. Ernst Füllemann sagte: «Einerseits sind wir stolz auf unsere urgeschichtlichen Funde, die Gegenstände aus römischer Zeit, sowie Ausstellungsgüter aus der Zeit der Alemannen bis zum Steckborner Ofenbau und der Zinngiesserei der letzten Jahrhunderte, wozu auch das Klöppelhandwerk gehört. Andererseits erscheint es uns wichtig, technische Gegenstände aus dem 20. Jahrhundert, die für unsere örtliche Geschichte eine Bedeutung haben, zeitgemäss auszustellen.» Als Leihgabe der Bernina International AG, Steckborn, kommen nun auch 60 bis 70 historische Nähmaschinen ins Museum. Der Vertrag sei klar ausgehandelt, sagte Füllemann: Die Lehrlinge in der Bernina-Lehrwerkstatt machen die Maschinen betriebsbereit. «Das gibt richtig Büez.» Die Bernina und das Museum bilden eine Art Schicksalsgemeinschaft. Der Wunsch von Bernina-Besitzer Hanspeter Ueltschi, wieder einmal das im Turmhof stehenden Automobil «TG 1» zu fahren, sei nicht ungehört geblieben. Der zweiplätzige Benz mit Jahrgang 1905 stammt aus dem Besitz des Nähmaschinenpioniers Fritz Gegauf. Man habe in den Protokollen der Heimatvereinigung – so hiess der Museumsverein Steckborn früher – nachgelesen und festgestellt, dass es sich bei diesem Auto um eine Schenkung handle und nicht um eine Leihgabe.

Wertvoller Nachlass von Thomas Egli

Vielfältige Dokumente mit Bezug zur Steckborn haben die Erben von Thomas Egli dem Museum geschenkt. Der frühere Stadtammann Koni Füllemann stellte der Versammlung den Schenker und die Schenkung vor. Der gelernte Elektriker Egli ist zur See gefahren und lernte so die Welt kennen. Nach zehn Jahren Seefahrt kam er zurück, gründete eine Familie und übernahm das örtliche Modehaus. Immer habe er fotografiert, katalogisiert und Daten hinzugefügt. «Es sind äusserst wertvolle Dokumente, Thomas Egli hat grosse Verdienste um Steckborn erworben», bringt es Koni Füllemann auf den Punkt.

Margrith Pfister-Kübler

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Aktuelle Nachrichten